Star-Fußballer Xabi Alonso drohen maximal fünf Jahre Haft. Dem Spanier wird Steuerbetrug in Millionenhöhe vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft in Madrid fordert neben einer mehrjährigen Haftstrafe außerdem eine Geldbuße in Höhe von vier Millionen Euro.

Ex-Fußballer Xabi Alonso

Xabi Alonso wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. (Bild: fondoswiki.coom)

Bereits seit drei Jahren soll gegen den einstigen Bayern-Profi ermittelt werden. Ein Gerichtssprecher in Madrid teilte jetzt das geforderte Strafmaß mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt außerdem auch gegen den Steuerberater des 36-Jährigen und fordert für diesen die gleiche Strafe.

Xabi Alonso soll 2 Millionen Euro hinterzogen haben

Xabi Alonso steht im Verdacht, Einnahmen unversteuert am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Dies soll über eine Briefkastenfirma auf der zu Portugal gehörenden Insel Madeira erfolgt sein. Zur Debatte stehen Einnahmen in Höhe von rund 2 Millionen Euro. Diese soll der ehemalige Profisportler über den Verkauf von Bildrechten im Zeitraum von 2010 bis 2012 eingenommen haben. Vor Bekanntgabe des möglichen Strafmaßes zeigte sich Xabi Alonso gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur EFE noch unbeeindruckt von den Vorwürfen:

„Ich habe ein ruhiges Gewissen, weil ich weiß, dass ich alle Steuerangelegenheiten immer korrekt abgewickelt und mit den Behörden kollaboriert habe. Ich bin überzeugt, dass alles gut ausgehen wird.“

Bis zu seinem Karriereende im Sommer 2017 war der heute 36-Jährige beim FC Bayern München im defensiven Mittelfeld unter Vertrag. Zuvor spielte er von 2009 bis 2014 bei Real Madrid. 2010 wurde er mit der spanischen Nationalmannschaft Weltmeister.

Ronaldo und Messi ebenfalls wegen Steuerbetrug vor Gericht

Xabi Alonso ist nicht der einzige Fußballprofi, der sich schon vor Gericht wegen Steuerhinterziehung verantworten musste. Sowohl der amtierende Weltfußballer des Jahres, Christiano Ronaldo, als auch sein ewiger Konkurrent, Lionel Messi, standen bereits wegen Steuersachen vor Gericht. Beide sollen sich ebenfalls Scheinfirmen bedient haben. Über diese Briefkastenadressen im Ausland sollen sie Einnahmen in Spanien reduziert und steuerfrei abgerechnet haben.

Das Verfahren gegen Ronaldo läuft noch. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft wird ihm vorgeworfen, über mehrere Jahre hinweg „bewusst“ und „freiwillig“ Werbeeinnahmen über Firmen in den Steuerparadiesen Irland und den British Virgin Islands am spanischen Fiskus vorbeimanövriert zu haben. Es soll sich um Gelder in Höhe von 14,7 Millionen Euro handeln. Ronaldos Anwälte wiesen die Vorwürfe zurück. Sollte der portugiesische Superstar verurteilt werden, könnte er eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren verbüßen müssen.

Lionel Messi kommt mit Geldstrafe davon

Lionel Messi wurde bereits vergangenen Mai verurteilt. Das Gericht befand ihn und seinen Vater der Steuerhinterziehung in Höhe von 4,1 Millionen Euro für schuldig. Auch hier handelte es sich, ähnlich wie bei Alonso, um den Verkauf von Bildrechten. Dafür sollen Messi und sein Vater von 2007 bis 2009 Firmen in Belize, Großbritannien, Uruguay und der Schweiz genutzt haben.

Der Oberste Gerichtshof in Spaniens Hauptstadt Madrid bestätigte im Mai 2017 ein vorangegangenes Urteil gegen den Rekordspieler aus Barcelona. Im Juli wurde die Haftstraße von 21 Monaten jedoch in eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro umgewandelt. Lionel Messis Vater muss 180.000 Euro zurückzahlen. Diese Praxis ist bei Angeklagten ohne Vorstrafen nicht unüblich.

Uli Hoeneß muss in Deutschland in den Knast

Weniger nachsichtig war das Landgericht München im Fall von Uli Hoeneß. Der Chef des FC Bayern München war 2014 zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden, nachdem die Richter ihn des Steuerbetrugs in Höhe von 28,5 Millionen Euro für schuldig befunden hatten. Im Februar 2016 wurde er frühzeitig entlassen, nachdem er die Hälfte seiner Haftstrafe abgesessen hatte. Die Reststrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Im selben Jahr nahm er seine alte Funktion beim FC Bayern wieder auf.