Glücksspiel-Konzern Entain verringert Gender-Pay-Gap

Veröffentlicht am: 28. March 2022, 11:43 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 28. March 2022, 11:44 Uhr.

Der britische Glücksspiel-Konzern Entain hat am Freitag seinen jährlichen Bericht zum Thema Gender-Pay-Gap veröffentlicht [Seite auf Englisch]. Diesem zufolge verdienten die bei Entain angestellten Frauen im Jahr 2021 insgesamt 5,4 % weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Vergleich zum Vorjahr habe der Konzern seine Gender-Pay-Gap damit um 1,8 % verringern können.

Mann und Frau Geschäftsleute in Anzug Blazer
Entain strebt eine weitere Verringerung der Gender-Pay-Gap im Konzern an. (Bild: Piqsels)

Der nationale Durchschnitt in Großbritannien hingegen liege bei einem Lohnunterschied von 15,4 % zugunsten der Männer. Konkret beziehe sich Entain dabei auf den Median [nicht auf den Mittelwert], der dem Konzern zufolge die Realität besser widerspiegelt.

Tatsächlich fielen die Zahlen nach Berechnung des Mittelwertes deutlich anders aus. In diesem Fall habe die Gender-Pay-Gap 2021 bei 16,2 % gelegen. Im Vorjahr seien es hingegen 15 % gewesen.

Auch in Bezug auf die Vergabe von Mitarbeiter-Boni zeigt der Bericht deutliche Unterschiede. So hätten 2021 insgesamt 69,6 % der männlichen Angestellten einen Bonus erhalten. Bei den Frauen seien es 62,8 % gewesen. In beiden Fällen seien damit jedoch mehr Boni erteilt worden als im Vorjahr (40,9 % der Männer; 40 % der Frauen).

Was bedingt die Unterschiede?

Grund für den merklichen Verdienstunterschied nach beiden Berechnungsmodellen sei der Umstand, dass der Anteil der Männer in den „höheren Positionen“ im Konzern deutlich größer sei. Befänden sich männliche und weibliche Angestellte in gleicher Position, verdienten sie auch das Gleiche.

Insgesamt seien 54 % der Entain-Angestellten im britischen Einzelhandel Frauen. Der Glücksspiel-Riese listet vier Gehalts-Kategorien, ohne konkrete Zahlen zum Verdienst zu nennen. Unter den Angestellten in der niedrigsten Lohnkategorie liege der Anteil der Frauen bei 57 %. In der höchsten Verdienstklasse hingegen dominierten die Männer mit 60,9 %.

Wie CEO Jette Nygaard-Andersen erklärt, gingen die Trends jedoch in eine gute Richtung. Gleichzeitig bestehe allerdings noch immer Verbesserungsbedarf in puncto Inklusion und Gleichberechtigung.

Unsere Vision bei Entain ist es, den „bestmöglichen Arbeitsplatz“ zu schaffen, an welchem sich unsere Kollegen wertgeschätzt, respektiert und miteinbezogen fühlen. Und wir wollen sicherstellen, dass sich dies auch in ihrer Belohnung widerspiegelt. Wir berichten daher mit Freude, dass die Differenz des Stundenlohns sich nach dem Median von 7,1 % auf 5,3 % verringert hat.

Der CEO zufolge zeigten die Zahlen, dass die männlichen und weiblichen Angestellten des Konzerns fair und gleich behandelt würden.

Spezifische Projekte für Frauen gelauncht

Entain wolle sich auf diesen Zahlen jedoch nicht ausruhen, so Nygaard-Andersen weiter. Daher habe der Konzern neue Projekte gestartet, die gezielt Frauen in der Branche fördern sollen.

Eine der Initiativen sei das Projekt „Entrain“, in welches Entain mehrere Millionen GBP investiert habe. Ziel des Projektes sei, den Anteil der weiblichen Mitarbeiter im technologischen Bereich bis 2030 deutlich anzuheben. Entain wolle insbesondere Schülerinnen ermutigen, ein Studium im Bereich IT anzustreben.

In diesem Zusammenhang habe Entain 2021 eine Partnerschaft mit der internationalen Non-Profit-Organisation „Girls Who Code“ geschlossen. Entain unterstütze die Organisation darin, die Gender-Pay-Gap im Bereich IT zu schließen. Nygaard-Andersen kommentierte hierzu:

Kulturelle Aspekte sind weltweit einer der größten Hindernisfaktoren bei beruflichen Entscheidungen. Die Gesellschaft sowie die jungen Frauen selbst haben eine vorgefasste Meinung bezüglich dessen, wozu sie in der Lage sind. Daher fokussieren wir uns auf Initiativen, die ihre Bildung fördern und die Wege in technologiebezogene Berufe besser ebnen.

Darüber hinaus launche Entain nun sein neues Mitarbeiterinnen-Netzwerk „Women@Entain“. Der Konzern wolle dadurch eine unternehmenseigene Community gründen, in welcher sich Frauen gegenseitig unterstützen und voneinander lernen könnten.