Entscheidung: Crown Resorts für Sydney-Casino-Lizenz ungeeignet

Veröffentlicht am: 9. Februar 2021, 01:33 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. Februar 2021, 01:57 Uhr.

Der Glücksspielkonzern Crown Resorts hat im Kampf um die Erteilung einer Lizenz für sein Barangaroo-Casino in Sydney einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen. Am Dienstag veröffentlichte die Glücksspielkommission ihren Abschlussbericht, demzufolge Crown “ungeeignet” zum Betrieb des Casinos sei.

Skyline Sydney Barangaroo
Das Casino soll in Sydneys höchstes Gebäude. (Bild: Crown Resorts)

Die Liquor and Gaming Authority (ILGA) hatte seit knapp einem Jahr unter Vorsitz der Richterin Patricia Bergin die Eignung Crowns zum Betrieb des Casinos geprüft. In ihrem Abschlussbericht sprach sie dem Glücksspielanbieter diese Eigenschaft nun ab. Für den Casino-Betreiber nimmt damit ein monatelanges Tauziehen um die Genehmigung des milliardenschweren Prestigeprojektes vorerst ein unrühmliches Ende.

Nach Verweigerung der ursprünglich für vergangenen Dezember avisierten Glücksspiellizenz betreibt Crown im Barangaroo derzeit nur ein Luxushotel und den Verkauf von Apartments. Zudem ist in Sydneys höchstem Gebäude eine Reihe von gastronomischen Betrieben für Kunden geöffnet.

Ausgelöst wurde die ILGA-Untersuchung durch Berichte über die Verstrickung Crowns in illegale Machenschaften in China sowie eine zu große Nähe zu undurchsichtigen Junket-Anbietern. Diese hatten für vermögende Chinesen Glücksspiel-Reisen in australische Crown-Casinos organisiert. Dabei stand der Verdacht der Geldwäsche und illegaler Einreisen im Raum.

Im Zuge der Untersuchung hatte sich der Verdacht nach und nach erhärtet. Zur Gewissheit wurden die Anschuldigungen, nachdem ehemalige Führungsangestellte von Crown zugaben, dass es in der Vergangenheit zu Geldwäsche-Delikten gekommen sei.

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Allerdings besteht für Crown Resorts Hoffnung, das Casino in Sydney doch noch eröffnen zu dürfen. Richterin Bergin empfahl der ILGA, dem Unternehmen Gelegenheit zu erkennbaren Veränderungen zu geben.

Obwohl Bergin keine Vorgaben zu den Verbesserungen gegeben hat, gehen Beobachter von einer Reihe von Maßnahmen aus, die Crown einzuleiten habe. So müssten Compliance-Regeln dahingehend verschärft werden, dass Geldwäsche unmöglich werde. Zudem dürfte es erhebliche Veränderungen im Management geben, um Crown eine von den Skandalen unbelastete Unternehmensleitung voranzustellen. Allerdings erwarte die Richterin nicht, dass sich Crown-Miteigentümer James Packer von seinem Firmenanteil trennen müsse.

Sollten die eingeleiteten Änderungen eine Eignung des Konzerns belegen, spreche nichts gegen eine Reaktivierung der Lizenz. Tatsächlich hatte Crown diese bereits vor Jahren für sein künftiges Casino erhalten. Im Zuge der Ermittlungen war sie jedoch auf Eis gelegt worden, just in der Zeit, in der das Barangaroo eröffnete.