Bestechungs-Affäre in Japan: Casino-Betreiber Melco kooperiert mit Staatsanwaltschaft

Veröffentlicht am: 29. Januar 2020, 12:52 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 29. Januar 2020, 01:18 Uhr.

Das Hongkonger Casino-Unternehmen Melco Resorts & Entertainment Ltd. will im Rahmen von Bestechungsermittlungen gegen einen hochrangigen japanischen Politiker mit der Tokioter Staatsanwaltschaft kooperieren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hätten die Ermittler den Konzern bereits Mitte Januar kontaktiert.

Studio City Casino Macau
Melco hält Anteile an Großcasinos wie dem Studio City in Macau. (Quelle: Pixabay)

Obgleich bislang weder Unternehmen noch Staatsanwaltschaft zum Hintergrund der Kooperation Stellung nehmen, hätten Reuters-Quellen einen Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen den ehemaligen Vize-Minister im Kabinettsbüro, Tsukasa Akimoto, bestätigt.

Im Rahmen der Affäre hatten japanische Medien vergangene Woche sogar über eine angebliche Durchsuchung der Büroräume von Melco berichtet.

Casino-Industrie stürzt sich auf Japan

Derzeit planen mehrere Glücksspiel-Unternehmen den Bau von Casino Resorts in Japan. Der Gesetzgeber hatte die Erlaubnis dafür im Jahre 2018 erteilt. Gegenwärtig interessieren sich unter anderem die Galaxy Entertainment Group, MGM Resorts International, Las Vegas Sands Corp, Genting Singapore und Wynn Resorts für neue Standorte in Japan. Laut einer aktuellen Umfrage unterstützten lediglich 20 % der Japaner die Errichtung der Casino Resorts.

Dem Politiker wird vorgeworfen, Bestechungsgelder und Geschenke im Wert von mehr als 50.000 USD (ca. 45.000 Euro) angenommen zu haben. Geldgeber soll die chinesische Glücksspielfirma 500.com gewesen sein. Das Unternehmen habe die Errichtung eines Casinos in Japan geplant.

Xudong Chen, der Vorstandsvorsitzende von 500.com, hatte seinen Posten infolge der Bestechungsgerüchte aufgegeben.

Premierminister Shinzo Abe hält an Politik der Öffnung fest

Trotz des Medienrummels um mögliche Bestechungen durch Glücksspielfirmen will Premierminister Shinzo Abe an seiner liberalen Glücksspiel-Politik festhalten. Wie Kyodo News berichtet (Link auf Englisch), habe sich Abe am vergangenen Mittwoch bei einer Parlamentssitzung positiv über die Casino Resorts geäußert.

Vor dem Repräsentantenhaus sagte Abe:

„Integrierte Resorts umfassen sowohl internationale Konferenz- und Ausstellungshallen als auch große Hotels. Dies sind Unterhaltungsmöglichkeiten, die für Familien interessant sein und Japan zu einem Land des fortschrittlichen Tourismus machen werden.“

Akimotos Festnahme sei eine ernsthafte Sache, die Abe bedauere.

Am vorgesehenen Zeitplan für die offizielle Bewerbungsphase, in der Unternehmen eine Lizenz für die Resorts erwerben können, soll der Fall allerdings nichts ändern. Ab Januar 2021 können Unternehmen ihre Anträge einreichen.