„Glücksspiel und Betrug“: Chinesischer Tech-Chef warnt vor Blockchain-Gaming

Veröffentlicht am: 18. December 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. December 2021, 02:08 Uhr.

Der CEO der chinesischen Gaming-Vetriebsplattform TapTap warnt vor Blockchain-basierten Play-to-Win-Spielen. So erklärte Dash Huang in dieser Woche via Twitter, dass es sich bei Spielen unter Einsatz von Non-Fungible-Token (NFT) im Grunde um Glücksspiel handele. Tatsächlich, so der Gründer der App-Download-Plattform, könne sogar von einem Schneeballsystem im Ponzi-Stil gesprochen werden.

Schloss mit Aufschrift NFT auf Festplatte
Der TapTap-CEO warnt vor Glücksspiel und Betrug beim Umgang mit NFT (Quelle:flickr.com/Marco Verch, licensed under CC BY 2.0)

GameFi auf dem Vormarsch

Seit einiger Zeit wächst der Markt für Spiele mit In-Game-Transaktionen rasant an. Viele in der Basis-Variante oft kostenlosen Spiele locken mit dem Freischalten weiterer Features durch In-Game-Käufe. Ebenfalls auf dem Vormarsch befinden sich Spiele, in denen durch das Erfüllen von Aufgaben Geld bzw. In-Game-Währung generiert werden kann.

Die Entwickler setzen bei In-Game-Transaktionen vermehrt auf NFT-Technologie. So dienen geschützte, nicht kopier- oder austauschbare digitale Werte als Währung. Durch ihre Einzigartigkeit können NFT wie andere Sammlerobjekte an Wert gewinnen oder verlieren.

Binnen kurzer Zeit hat sich so ein Markt entwickelt, der mit schnellem Geld, hohen Renditen und passivem Einkommen lockt. Diese Form der Kombination von dezentralen Finanzen, NFT und Gaming wird als GameFi bezeichnet.

„Glücksspiel und Schneeballsystem“

TapTap-Chef Dash Huang sieht große Risiken im GameFi, wie er in dieser Woche deutlich zum Ausdruck brachte. Über Twitter erklärte er:

Wenn Sie spielen, um Geld zu verdienen, sollten Sie überlegen, woher das Geld kommt und ob es aus dem Inhalt und dem Wert stammt, den das Spiel selbst schafft. Wenn das Geld nur von neuen Nutzern kommt, die davon träumen, reich zu werden, dann ist es im Grunde ein Glücksspiel. Ein NFT-Spiel, das als “Play-to-Earn” für Erwachsene verpackt ist, gleicht eher einem Schneeballsystem (…)

Insgesamt, so der Tech-CEO, handele es sich bei Blockchain um eine Technologie, die dem in China offiziell verpönten Glücksspiel in die Hände spiele. Play-to-Earn-Angebote wendeten sich derweil an besonders leichtgläubige Investoren.

Hype um Axie Infinity

Medienberichten zufolge dürfte Dash Huang mit seinem Tweet Bezug auf das ge-hypte Online-Spiel Axie Infinity der vietnamesischen Entwicklerfirma Sky Mavis genommen haben. Dieses war in der Vergangenheit wiederholt in Verdacht geraten, Spieler in Ponzi-Manier zu betrügen.

So weisen Kritiker darauf hin, dass die Zahl der Einzahlungen durch Spieler, die der Auszahlungen überschreite. Sollten irgendwann keine Neuanmeldungen mehr erfolgen, drohe dem System der Kollaps.

In Axie Infinity kann mit Kreaturen, sogenannte Axies, gehandelt werden. Diese können in Pokémon-Manier gepflegt und trainiert werden, um gegeneinander anzutreten. Bei den Axies handelt es sich um NFT.

Auf den Philippinen, wo das Spiel besonders verbreitet ist, entwickelte sich ein Hype um das Axie Infinty. So berichteten einzelne Spieler von monatlichen Spiel-Einnahmen von über 20.000 USD. Dies führte dazu, dass immer mehr Menschen ihre Erwerbsarbeit aufgaben, um sich voll und ganz ihren mutmaßlich wertvollen Axies zu widmen.

Eine Mitte November veröffentlichte Studie zeigte jedoch [Seite auf Englisch], dass die Einnahmen eines üblichen Axie-Spielers unter denen des Mindestlohns auf den Philippinen lagen.

Mit seiner Haltung liegt Dash Huang auf einer Linie mit der chinesischen Führung. So warnte unter anderem das Staatsfernsehen die Bevölkerung in der Vergangenheit wiederholt vor der Teilnahme an Blockchain-basierten Online-Spielen, wie zum Beispiel Farming-Simulatoren.