Bulgarien entzieht Buchmacher Eurofootball wegen unbezahlter Steuern die Glücksspiellizenz

Veröffentlicht am: 26. März 2020, 12:52 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. März 2020, 05:15 Uhr.

Die bulgarische Staatskommission für Glücksspiel hat dem Buchmacher Eurofootball die Glücksspiellizenz entzogen. Wie die Behörde am Mittwoch mitgeteilt hat, habe das bulgarische Unternehmen beim Staat Steuerschulden in Höhe von 329 Millionen BGN (ca. 163 Millionen Euro).

Handschellen mit Geldscheinen
Eurofootball soll Steuermillionen am Staat vorbeigeschleust haben. (Quelle: Pixabay)

Der Lizenzentzug gelte vorerst für drei Monate. In diesem Zeitraum habe der Buchmacher die Gelegenheit, die Verstöße einzustellen und Folgemaßnahmen zu verhindern.

Eurofootball ist ein Unternehmen des bulgarischen Milliardärs Vasil Bozhkov, der im Januar unter anderem wegen versuchter Bestechung und Erpressung angeklagt und in den Vereinigten Arabischen Emiraten verhaftet worden war.

Es kommt keine Ruhe ins bulgarische Glücksspielgeschäft

Die bulgarische Glücksspielbranche wurde in den vergangenen Monaten geradezu mit Skandalen überschüttet. Erst im Februar war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft gegen ehemalige hochrangige Mitglieder der Staatskommission für Glücksspiel wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Die Ex-Glücksspielkontrolleure, so der Vorwurf, sollen bis zu 5.000 Euro pro Tag von Vasil Bozhkov erhalten haben, um dessen vermeintlich kriminelle Machenschaften zu decken.

Eurofootball setzt sich gegen Regulatoren zur Wehr

Gegen die Vorwürfe der Staatskommission für Glücksspiel hat sich der Sportwettenanbieter Eurofootball gestern auf seiner Webseite zur Wehr gesetzt.

Dort heißt es, dass der Lizenzentzug Tausende Jobs gefährde:

„Nach fast 27 Jahren wird der erste lizenzierte private Glücksspielanbieter in Bulgarien gewaltsam zerstört. Wieder einmal wird ein bulgarisches Unternehmen von der Regierung gewaltsam finanziell ruiniert und Tausende werden bald arbeitslos sein (…). Die Einnahmequellen von fast 800 direkten Handelspartnern und Buchmacherstellen von Eurofootball (…) werden zerstört. Mehr als 2.300 Personen, die direkt an der Organisation und Durchführung von Eurofootball-Spielen beteiligt sind, werden gewaltsam ihres Rechts beraubt, ihre Arbeit auszuüben und werden arbeitslos werden.“

Vorzuwerfen habe sich der Buchmacher nichts. Laut eigenen Angaben habe sich das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten stets an die Regeln gehalten und Millionen von Leva an das Finanzamt gezahlt.

Das Handeln des Staates beschreibt Eurofootball als „Raub“. Ob und wann der Sportwettenanbieter den Betrieb fortsetzen kann, muss aufgrund der verhärteten Fronten nun vermutlich ein Gericht entscheiden.