Mitglieder der bulgarischen Glücksspiel-Kommission wegen organisierter Kriminalität angeklagt

Veröffentlicht am: 12. Februar 2020, 11:50 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. Februar 2020, 03:45 Uhr.

Zwei Mitglieder der bulgarischen Glücksspiel-Kommission werden beschuldigt, an einer kriminellen Organisation beteiligt gewesen zu sein. Ihr Anführer soll der Anfang des Monats festgenommene Glücksspiel-Magnat Vasil Bozhkov sein.

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In Bulgarien wird Mitgliedern der Glücksspiel-Kommission Verwicklung in die organisierte Kriminalität vorgeworfen. (Bild: Pixabay/succo)

Folgenreiche Verbindungen zu Bozhkov vermutet

Wie bulgarische Medien [Seite auf Englisch] meldeten, werfe die Staatsanwaltschaft den beiden Mitgliedern der Glücksspielkommission Alexander Georgiev und Todor Markov vor, in die von Vasil Bozhkov angeführte kriminelle Vereinigung verwickelt zu sein.

Vasil Bozhkov gilt als größter privater Glücksspiel-Anbieter Bulgariens. Ihm gehört unter anderem der größte private bulgarische Lotterie-Anbieter. Ihm werden unter anderem Erpressung und Bestechungsversuche vorgeworfen. Zudem soll er dem Staat Steuern in Millionenhöhe schulden.

Bozhkov wurde Anfang des Monats in den Vereinigten Arabischen Emiraten verhaftet. Nach Angaben des bulgarischen Justizministers Danail Kirilov seien die Auslieferungsanträge in Arbeit. Bozhkov selbst gab in Interviews an, die Strafverfolgung sei dem Versuch der Regierung geschuldet, sich seine private Lotterie aneignen zu wollen. In einem Radio-Interview erklärte er:

„Die verfassungswidrige Aussetzung der Lotterie wird schwerwiegende Auswirkungen auf viele andere Unternehmen haben, die Teil des Prozesses sind, und auf 40.000 Menschen, die direkt Teil des Geschäfts sind.“

Bereits Ende Januar war es infolge der Strafverfolgung Bozhkovs in den Büros der Glücksspiel-Kommission zu Verhaftungen gekommen. Dabei war auch der damalige Vorsitzende der Glücksspielkommission Alexander Georgiev festgenommen worden. Er erklärte vor Gericht, er sei der einzige der in diesem Fall Angeklagten, der festgenommen worden sei, obwohl er sich bereit erklärt habe, vor den Untersuchungsbehörden zu erscheinen.

Unter Hausarrest gestellt

Medienberichten zufolge soll Georgiev zugegeben haben, Gefälligkeiten von Bozhkov angenommen zu haben. Die Anwälte Georgievs dagegen argumentieren, es seien keine Unregelmäßigkeiten nachweisbar. Trotzdem trat Georgiev im Zuge der laufenden Untersuchungen zum Fall Bozhkov von seinem Amt zurück. Zum vorläufigen Vorsitzenden der Glücksspielkommission ernannte das Finanzministerium Georgi Yordanov.

Todor Markov leitet die Abteilung für Kontrolltätigkeiten bei der Glücksspiel-Kommission. Er soll dem Gericht mitgeteilt haben, dass er weder Bozhkov noch seine Mitarbeiter kenne.

Georgiev und Markov sollten nun auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Polizeigewahrsam genommen werden, das Gericht jedoch ordnete Hausarrest an. Beiden ist es untersagt, Kontakt zur Glücksspiel-Kommission aufzunehmen und so die laufenden Ermittlungen zu beeinflussen.

Derzeit sollen bereits acht Personen wegen Verwicklung in die kriminellen Aktivitäten Bozkovs angeklagt und 24 Zeugen befragt worden sein.