Illegales Glücksspiel: Buchmacher mit vermeintlichen Mafia-Verbindungen schuldig

Veröffentlicht am: 7. Januar 2021, 01:21 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 7. Januar 2021, 01:26 Uhr.

Ein Buchmacher mit vermeintlichen Mafia-Verbindungen hat sich am Mittwoch vor einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Illinois wegen illegalem Glücksspiel schuldig bekannt. Nun drohen dem 66-jährigen Gregory Emmett Paloian bis zu drei Jahre Haft.

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Ein 66-Jähriger soll einen illegalen Wettring betrieben haben. (Quelle: Pixabay)

Der Prozess gegen Paloian, dem in einem früheren Strafverfahren vorgeworfen wurde, mit Mafia-Mitgliedern zusammengearbeitet zu haben, war bereits im Oktober eröffnet worden. Laut der US-Staatsanwaltschaft hatte der Mann in den Städten Chicago, Elmwood Park und Melrose Park von 2015 bis 2019 ein illegales Wettgeschäft betrieben.

Wie die Chicago Sun [Link auf Englisch] unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtet, habe Paloian Wetten auf Football-, Basketball-, Baseball- und Eishockey-Spiele angenommen. Darüber hinaus habe er Wetten auf College-Sportereignisse veranstaltet.

Wegen illegalem Glücksspiel kam es in Chicago erst im Oktober zur Verurteilung eines Rentners. Der 85-jährige Eugene „Geno” Del Giudice hatte für einen illegalen Glücksspielring als Geldbote fungiert und erhielt dafür drei Monate Hausarrest.

Paloian räumt illegales Glücksspiel ein

Laut der Tageszeitung Chicago Tribune habe Paloian in einer Telefonanhörung mit Richterin Joan Lefkow die illegalen Wetten zugegeben. Im sachlichen Ton habe er zur Sache erklärt:

Ich nahm Einsätze von verschiedenen Freunden und Leuten, die ich kannte, entgegen und bezahlte oder sammelte sie je nach Ergebnis der Spiele.

Nach Informationen der Staatsanwaltschaft sei der Umfang von Paloians Taten allerdings weitreichender gewesen. Insgesamt habe Paloian mit fünf weiteren Personen zusammengearbeitet, die unter anderem dafür zuständig gewesen seien, neue Spieler anzulocken. Mit ihrer Hilfe seien täglich mehr als 2.000 US-Dollar eingenommen worden. An den Fiskus seien dafür aber keine Abgaben geflossen.

Im Rahmen der Ermittlungen sei klar geworden, dass der Vorbestrafte Steuern in Höhe von knapp 200.000 US-Dollar hinterzogen habe. Allein in der Steuererklärung für das Jahr 2016 habe Paloian angegeben, durch private Geschäfte ein Minus von mehr als 77.000 US-Dollar erwirtschaftet zu haben. Tatsächlich hätten sich seine Einkünfte allerdings auf mindestens 95.220 US-Dollar belaufen.

Ob und wie lange Paloian für seine Taten ins Gefängnis muss, entscheidet sich am 7. April 2020. Für diesen Tag habe Richterin Lefkow die Urteilsverkündung angesetzt.