Frauen erpresst: Spiel­süchtiger Englischer Fußball­trainer muss ins Gefängnis

Veröffentlicht am: 6. April 2022, 12:39 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. April 2022, 12:41 Uhr.

Ein spielsüchtiger Fußballtrainer aus England muss wegen Nötigung, Erpressung und Betrugs für mehrere Jahre ins Gefängnis. Dies entschied am gestrigen Dienstag ein Gericht in Nottingham. Lewis S. hatte mehreren Frauen gedroht, intime Bilder von ihnen zu veröffentlichen.

Verurteilter Lewis S.
Der Fußballtrainer Lewis S. hatte seine Spielsucht als Hintergrund für die Taten angeführt (Quelle:Nottinghamshire Police)

Neben der massiven Kontrolle, die er durch die Erpressung über seine Opfer ausübte, habe er wiederholt Geld von den Frauen gefordert und sie so teils in den Ruin getrieben. Das Geld sei vor allem in Sportwetten geflossen.

„Ein Raubtier“

Wie unter anderem die britische BBC berichtet [Seite auf Englisch], habe der Richter am Nottingham Crown Court in seiner gestrigen Urteilsbegründung deutliche Worte für den Angeklagten und seine Taten gefunden.

Der 32-Jährige der zweitweise unter anderem als Trainer für den Mansfield Town Ladies Football Club tätig war, habe sich schutzbedürftigen Frauen gegenüber „wie ein Raubtier“ verhalten.

Seine Taten seien in höchstem Maße „verabscheuungswürdig“ gewesen. Sie hätten den egozentrischen, selbstsüchtigen und manipulativen Charakter des Angeklagten gezeigt. Auch die leitende Ermittlerin der Polizei von Nottinghamshire hatte vor Gericht keinen Hehl aus ihrer Meinung über den Angeklagten gemacht:

Ich freue mich im Namen all seiner Opfer, dass S. endlich als das entlarvt wurde, was er wirklich ist – ein hinterhältiger und unehrlicher Betrüger, der eine Reihe völlig unschuldiger Frauen auf eine der schrecklichsten Arten, die man sich vorstellen kann, ausnutzen und demütigen wollte.

Lewis S. hatte vier Frauen teils über lange Zeiträume erpresst. Mit der Drohung sexuell kompromittierendes Material zu veröffentlichen, war es ihm gelungen, die Kontrolle über das Leben seiner Opfer zu erlangen.

Eines der Opfer sei zu Beginn seines Leidensweges erst 16 Jahre alt gewesen. Nachdem die junge Frau eine Beziehung mit dem zehn Jahre älteren Mann eingegangen sei, habe dieser begonnen, jeden Aspekt ihres Lebens zu kontrollieren. Mit Verweis auf explizites Bildmaterial habe er sie dazu gezwungen, Telefon- und andere Rechnungen für ihn zu begleichen. Vor Gericht hatte die Frau angegeben, in den 15 Monaten mit Lewis S. mehrmals an Suizid gedacht zu haben.

Spielsucht als mildernder Umstand?

Bei einem weiteren Opfer habe es sich um eine Kindheitsfreundin des Täters gehandelt. Zunächst habe die Frau ihm aufgrund einer angeblichen Notsituation 200 GBP geliehen. Tatsächlich habe der Mann das Geld in Sportwetten investiert.

In der Folge habe Lewis S. immer wieder Geld von seinem Opfer gefordert und dabei massiven Druck angewendet. Auch hier hatte der Trainer mit der Veröffentlichung intimer Aufnahme der Frau gedroht. Letztlich habe er so knapp 90.000 GBP von ihr erhalten. Die Frau habe zwischenzeitlich ihr Haus verkaufen müssen und sitze noch immer auf einem Schuldenberg von über 40.000 GBP.

Lewis S. hatte sich der Taten nach anfänglichem Leugnen während des Prozesses schuldig bekannt. Sein Verteidiger bat vor Gericht um Milde und verwies auf die Spielsucht seines Mandanten. Diese habe den Hauptgrund für die Taten dargestellt. So habe der Vater von drei Kindern nicht schlecht verdient, sei jedoch immer mit leeren Händen nach Hause gekommen. All sein Geld sei bei Buchmachern gelandet.

Aufgeflogen war Lewis S., nachdem sich eine weitere Frau an die Polizei wandte. Auch sie hatte der Mann mit sexuellem Material erpressen wollen. Bei den Ermittlungen stießen die Fahnder auf die weiteren Opfer.

Der Richter zeigte sich vom Hinweis auf die schwere Spielsucht des Angeklagten unbeeindruckt. Er verurteilte den ehemalige Fußballtrainer zu fünfeinhalb Jahren Haft. Nach der Entlassung müsse er zudem für 200 weitere Tage eine elektronische Fußfessel tragen.