Streit um Werbeanzeige: Britischer Lotterie-Betreiber Camelot unter Beschuss

Veröffentlicht am: 29. März 2021, 12:33 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 29. März 2021, 12:33 Uhr.

Eine von Camelot, dem Betreiber der britischen National Lottery, in der Parlamentszeitschrift „The House“ geschaltete Anzeige hat nun zu Kritik geführt. So hätten die britischen Abgeordneten Richard Holden und Carolyn Harris von der Allparteien-Fraktion für Glücksspielschäden (APPG) der britischen Glücksspielkommission (UKGC) gegenüber Bedenken geäußert. Dies berichtete der Evening Standard [Seite auf Englisch] am Freitag.

National Lottery Logo, Frau mit Plakat
Camelot wegen Werbeanzeige im Kreuzfeuer der Kritik. (Bild: pixabay.com, uihere.com, casinooonline.de)

Kritisiert worden sei die Tatsache, dass Camelot einer Werbeanzeige für die National Lottery sein eigenes Logo hinzugefügt habe. Die Werbung in eigener Sache stehe im Widerspruch zu Camelots Pflichten als Betreiber der National Lottery. Bei ihr solle sich das Unternehmen ausschließlich auf die Förderung der Finanzierung der Lotterie für gute Zwecke konzentrieren.

Holden und Harris zufolge versuche Camelot, Wettbewerbsverzerrung zu betreiben und das Ausschreibungsverfahren für die Lizenzvergabe der National Lottery zu beeinflussen.

Die Tatsache, dass Camelot Initiativen angekündigt habe, um seine Rolle als Betreiber der Lotterie zu unterstreichen, untermauere den Verdacht. Die Abgeordneten wiesen in ihrem Schreiben an die UKGC auf weitere Aktivitäten des Unternehmens hin.

So habe Camelot einen Sponsoring-Vertrag mit ITV und einen Deal mit der Daily Mail abgeschlossen. Die Politiker forderten eine Zusicherung seitens der UKGC, dass das Ausschreibungsverfahren um die National Lottery fair vonstattengehe.

Kampf um die National Lottery

Das britische Glücksspielunternehmen Camelot betreibt die National Lottery seit ihrer Gründung im Jahre 1994. Im Oktober 2020 forderte die UKGC potenzielle Interessenten auf, an der vierten Ausschreibung teilzunehmen. Bisher bezeugten das tschechische Glücksspielkonglomerat SAZKA Group und der indische Lotteriebetreiber Sugal & Damani ihr Interesse.

Insbesondere SAZKA scheint sehr bemüht um die Lizenz, denn das Unternehmen hat ein hochkarätiges Team von Experten an Bord geholt. So nahm SAZKA im Januar den Marketing-Experten und ehemaligen CEO der britischen Supermarktkette Sainsbury’s, Justin King, unter Vertrag.

Wie Branchenmedien am Sonntag vermeldeten, soll Sazka-Chef Karel Komarek nun auch den britischen Twitter-Chef Dara Nasr in sein Team aufgenommen haben. Dieser solle beim Bieterprozess um die National Lottery seinen Beitrag leisten.

Camelot positioniert sich und dementiert Vorwürfe

Camelot reagierte auf die Beschuldigungen der beiden Abgeordneten und erklärte, dass die Politiker falsch lägen. In den Werbematerialien unterscheide sich die Rolle zwischen Camelot und der National Lottery deutlich.

Es werde sichergestellt, dass die Lotterie ausschließlich beworben werde, um so viel Geld wie möglich für wohltätige Zwecke zu erzielen, heißt es in dem Antwortschreiben.

Weiter heißt es in dem Statement:

Zu keinem Zeitpunkt wurde Geld für wohltätige Zwecke zugunsten von Camelot verwendet. Es ist eine Überraschung, die Entscheidung von Camelot zu kritisieren, 1 Mio. GBP seines eigenen Geldes zu verwenden, um eine brillante Initiative von The Daily Mail zu unterstützen, Computer für Kinder für das Homeschooling bereitzustellen oder ein lokales Fahrradprogramm zu finanzieren. Die Entscheidung, Projekte wie diese zu unterstützen, steht im Einklang mit dem Engagement von Camelot, positive Auswirkungen zu erzielen und zu helfen, wo dies möglich ist.

Eine Antwort seitens der Parlamentarier und der britischen Glücksspielkommission liegt derzeit noch nicht vor.