Nach Fußball-Skandal: Britischer Buchmacher Betway streicht Transfer­wetten

Veröffentlicht am: 17. Juni 2020, 12:14 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. Juni 2020, 12:14 Uhr.

Der britische Buchmacher Betway bietet Medienberichten zufolge keine Wetten auf Fußballtransfers mehr an und fordert seine Mitbewerber auf, es ihm gleichzutun. Damit reagiere der Wettanbieter auf zwei Fälle von mutmaßlichem Wettbetrug im englischen Profi-Fußball.

Englischer Nationalspieler Kieran Trippier
Betways Verzicht auf Transferwetten folgt auf Beschuldigungen gegen Nationalspieler Kieran Trippier. (Quelle:wikipedia.org/Кирилл Венедиктов, licensed under CC BY-SA 3.0)

Betway fordert Umdenken

Angaben des britischen The Mirror [Seite auf Englisch] zufolge, kann über die Glücksspiel-Plattform von Anbieter Betway künftig nicht mehr auf den Wechsel von Profi-Fußballern gewettet werden. Die Entscheidung folge auf Ermittlungen der englischen Football Association (FA) gegen zwei hochrangige Spieler wegen des Verstoßes gegen das Wettverbot des Dachverbandes.

Das Unternehmen hoffe, mit dem Verzicht möglichem Wettbetrug entgegenzuwirken, so Betway PR-Chef Alan Alger der Zeitung gegenüber:

Wir hoffen, dass wir durch die Beseitigung von Fußballtransferwetten auf unserer Plattform einen Wandel in der Branche fördern und diese Märkte schließen können. Sportfans haben große Freude daran, auf ihr Lieblingsspiel zu wetten, aber wir möchten, dass sich das auf das konzentriert, was auf dem Spielfeld passiert. Es ist besser für die Spieler, besser für die Fans und verstärkt das Engagement der Branche, das verantwortungsbewusste Glücksspiel zu fördern.

Geldstrafen und Sperren

Im März hatte die FA gegen den ehemaligen Liverpool-Stürmer Daniel Sturridge in einem Revisionsverfahren eine viermonatige weltweite Sperre verhängt. Die Verantwortlichen sahen es als erwiesen an, dass der Spieler im Januar 2018 indirekt mehrere Wetten auf den eigenen Wechsel platziert habe.

Zudem muss Sturridge eine Geldstrafe von 150.000 GBP zahlen.

Seit 2014 gilt für alle Personen, die in professioneller Beziehung zum britischen Fußball stehen, ein uneingeschränktes Verbot, fußballbezogene Wetten zu platzieren. Dieses umfasst neben den klassischen Wetten auf Spielergebnisse auch das Tippen auf Transfers, Mannschaftsaufstellungen oder Wechsel im Vereinsmanagement.

Aktuell sieht sich Nationalspieler Kieran Trippier (29) mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Auch er steht im Verdacht, 2019 über Mittelsmänner auf den eigenen Transfer gewettet zu haben. Trippier bestreitet den Vorwurf. Laut Mirror habe er angegeben, lediglich mit Freunden über einen möglichen Wechsel zum spanischen Erstligisten Atlético Madrid gewitzelt zu haben.

Nun hat er bis zur nächsten Woche Zeit, schriftlich auf die Beschuldigung der FA zu reagieren. Bei einer Verurteilung drohen auch ihm eine hohe Geldstrafe und/oder Sperre.

Wettanbieter Betway zieht seine Konsequenzen indes bereits jetzt. Inwieweit die Konkurrenz dem Beispiel folgen oder den freigewordenen Platz auf dem Wettmarkt für sich erschließen wird, bleibt vorerst abzuwarten.