Floyd Mayweather hat seinen geplanten Show-Kampf gegen den japanischen Kickboxer Tenshin Nasukawa (20) abgesagt. Der 41-jährige Ex-Boxweltmeister begründete seine Entscheidung mit den Konditionen des Duells. Der Fight sollte am 31. Dezember 2018 in Japan stattfinden.

Boxarena

Boxveranstaltungen unter Beteiligung von Floyd Mayweather sind sind Großevents (Quelle: Flickr)

Streit um die Bedingungen des Kampfes

Mayweather, der in seiner Karriere alle 50 Kämpfe siegreich bestritt, hatte sich nach Medieninformationen in Übereinkunft mit der japanischen Rizin Fighting Federation auf einen Fight gegen den in 27 Kämpfen ungeschlagenen Kickbox-Champion Tenshin Nasukawa geeinigt.

Obwohl Gewichtsklasse und Regeln des Kampfes noch nicht geklärt waren, freuten sich Box-Fans aus der ganzen Welt über das mögliche Comeback der Box-Legende.

Doch nur kurz nach der offiziellen Pressekonferenz in Tokio, sagte Mayweather den Kampf ab. Auf Instagram ließ er seine Follower wissen:

„Jetzt, da ich nach einer langen und enttäuschenden Reise nach Tokio wieder auf amerikanischem Boden bin, habe ich Zeit, meine Fans und die Medien bezüglich der bevorstehenden Veranstaltung am 31. Dezember anzusprechen (…).

Als erstes möchte ich klarstellen, dass ich, Floyd Mayweather, niemals einem offiziellen Kampf mit Tenshin Nasukawa zugestimmt habe. Tatsächlich (mit allem Respekt) hatte ich bis zur Reise nach Japan noch nie von ihm gehört. Ich wurde gebeten, an einem 9-minütigen Show-Kampf über drei Runden gegen einen von der “Rizin Fighting Federation” ausgewählten Gegner anzutreten.

Was mir ursprünglich von Brent Johnson von “One Entertainment” mitgeteilt wurde, war, dass es sich dabei um einen Show-Kampf handeln sollte, der für eine kleine Gruppe von wohlhabenden Zuschauern gegen eine sehr hohe Gage veranstaltet werden sollte.“

Nach eigenen Aussagen seien Mayweather und sein Team auf der Pressekonferenz am 05.11.2018 überrascht gewesen, dass sich die vereinbarten Kampfbedingungen aus heiterem Himmel geändert hatten.

Gegen Mayweathers Einverständnis sei der Kampf zu einem offiziellen Event gemacht worden. Auch habe der japanische Veranstalter den Kampf ohne Einwilligung des Mayweather-Teams weltweit im Fernsehen ausstrahlen wollen.

Mayweather entschuldigte sich für die Aufregung bei allen Fans, die den Kampf mit Vorfreude herbeigesehnt hatten.

Wer ist Tenshin Nasukawa?

Tenshin Nasukawa wurde am 18. August 1998 in der Chiba Präfektur in Japan geboren. Der Kämpfer, der auch unter dem Namen „Shindo“ oder „Ninja Boy“ bekannt ist, hat Kickboxen und Karate gelernt. Bereits als Amateur-Kickboxer konnte Nasukawa eine beeindruckende Kampfstatistik von 99 Siegen und 5 Niederlagen vorweisen.

Er tritt in vier Gewichtsklassen an. Sein Mixed Martial Arts-Debüt machte der junge Japaner im Jahre 2016. Tenshin Nasukawa wird als größtes Kampfsport-Talent Japans gehandelt und will in Zukunft auch für die amerikanische UFC oder als Profiboxer aktiv sein.

Mayweathers Leidenschaft für Gegner aus anderen Kampfsportdisziplinen

Auch wenn der Kampf gegen Kickboxing- und Muay Thai-Spezialist Tenshin Nasukawa nicht zustande kommt, zeigt das Vorhaben, wie gerne sich Mayweather mit Fightern anderer Kampfsportdisziplinen misst.

Mayweather

Floyd Mayweather hat gut lachen. (Quelle: Wikipedia)

Bereits im März 2017 hatte Mayweather angekündigt, gegen den damaligen UFC-Champion Conor McGregor anzutreten. Nach zähem Ringen um die Bedingungen des Fights, trafen Floyd Mayweather und Conor McGregor schließlich am 26. August 2017 in der T-Mobile Arena in Las Vegas, Nevada aufeinander.

Mayweather dominierte McGregor, der den Kampf in der 10 Runde nach technischem KO aufgeben musste.

Das Duell zwischen Mayweather und McGregor wurde auch als „The Money Fight“ bezeichnet. Ein durchaus programmatischer Name. Immerhin verdiente Mayweather durch den Kampf garantierte 100 Millionen Dollar, während sich McGregor auf eine Kampfbörse von sicheren 30 Millionen Dollar freuen durfte.

Hinzu kamen Einnahmen aus der Beteiligung am Pay-per-View und Sponsoren-Gelder. Insgesamt soll Mayweather zusätzlich zur garantierten Vergütung noch einmal 200 Millionen Dollar erhalten haben. McGregor, so die Schätzungen, verdiente zusätzliche 70 Millionen Dollar.

Neben den sportlichen Aspekten des Kampfes, dürften finanzielle Motive für die Kämpfer also eine große Rolle gespielt haben. Das Mayweather noch einmal gegen einen Mixed Martial Arts-Kämpfer antritt, ist aufgrund der großen Verdienstmöglichkeiten also nicht ausgeschlossen.

Der nächste Fighter steht schon in den Startlöchern

Khabib Nurmagomedov

Nurmagomedov fordert Mayweather heraus. (Quelle: Wikimedia)

Nach der Absage an Tenshin Nasukawa könnte jetzt der Weg für einen Kampf zwischen Floyd Mayweather und Khabib Nurmagomedov frei sein. Der „russische Adler“ besiegte im UFC 229 Event Mayweathers früheren Rivalen, Conor McGregor, in der vierten Runde.

Bereits einige Tage nach seinem Sieg forderte Nurmagomedov in den sozialen Medien Mayweather zu einem Kampf heraus. Mayweather antwortete, ein Kampf könne zustande kommen, wenn man sich auf die Bedingungen einigen könne.

Sollte der Kampf zwischen dem 41-jährigen Ex-Boxweltmeister und dem 30-jährigen Mixed Martial Arts-Kämpfer tatsächlich stattfinden, könnte dieser zum größten „Money Fight“ aller Zeiten werden.