UFC: Nurmagomedov attackiert nach Sieg über McGregor dessen Team außerhalb des Rings

Veröffentlicht am: 8. Oktober 2018, 01:50 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Oktober 2018, 01:50 Uhr.

Am Samstagabend kam es nach dem UFC Match zwischen den MMA Kämpfern Nurmagomedov und McGregor in der T-Mobile Arena Las Vegas zu einer heftigen Eskalation. Der russische MMA Kämpfer sprang aus dem Käfig, um McGregors Team anzugreifen.

McGregor Nurmagomedov UFC 229
Chaos im Käfig: Eskalation nach Nurmagomedov-McGregor Kampf (Bild: UFC/ESPN)

Wut und Rache statt Siegesfreude

Das Aufeinandertreffen des russischen MMA Kämpfer Khabib Nurmagomedov und dem Iren Conor McGregor wurde lange erwartet und mit Spannung verfolgt. Die beiden Leichtgewichte lieferten sich einen sauberen Kampf, an dessen Ende Nurmagomedov als Sieger hervor ging.

Der Kampf ging in der vierten Runde zu Ende, als McGregor sich nicht aus Nurmagomedovs Würgegriff befreien konnte und schließlich aufgab. Der Russe hatte den gesamten Kampf über dominiert und seinem irischen Gegner keine Chance gelassen.

Doch anstatt seinen Sieg zu feiern und den verdienten Gürtel entgegen zu nehmen, kletterte der 30-jährige Mixed-Martial-Arts Kämpfer unmittelbar nach offiziellem Kampfende aus dem Käfig, um auf das Team seines Gegners loszugehen.

Abgesehen hatte er es dabei insbesondere auf McGregors Trainingspartner Dillon Danis, welcher ebenfalls professioneller MMA Leichtgewichtkämpfer ist. Nach Aussagen der Kommentatoren hatte Danis den Russen während und unmittelbar nach Beendigung des Kampfes verbal provoziert.

Die Ultimate Fighting Championship wurde im Jahr 1993 gegründet und stellt heute das weltweit größte Mixed-Martial-Arts Event dar. Dabei gibt es zehn offizielle Gewichtsklassen, angefangen vom „Strohhalmgewicht“ bis hin zum Super Schwergewicht. Gekämpft wird über drei oder fünf Runden, welche je fünf Minuten dauern.

Die Kämpfe finden in einem achteckigen Käfig statt, welcher mit Maschendrahtzaun umzäunt ist. Anders als beim Boxen tragen die Kämpfer nichts als Shorts und fingerlose Handschuhe. Wenn ein Kämpfer aufgibt, vom Kampfrichter für ohnmächtig erklärt wird, sich durch ein Foul disqualifiziert oder zu schwer verletzt wird, ist der Kampf beendet.

Sicherheitskräfte schritten sofort ein, als Nurmagomedov auf den Amerikaner einschlug, so dass sich chaotische Szenen darboten. Fast gleichzeitig jedoch stürmten einige Männer aus Nurmagomedovs Team in den Ring und attackierten den bereits besiegten McGregor.

Einer der Männer, die in den Ring stiegen, soll der russische Federgewichtskämpfer Tukhugov gewesen sein.

Beide Kämpfer sowie die anderen Beteiligten wurden schließlich polizeilich abgeführt und obwohl Nurmagomedov unter Buhrufen zum offiziellen Sieger erklärt wurde, verließ er den Ort ohne den Gewinnergürtel.

Während der Russe aus der Arena geführt wurde, warfen die Fans seines Gegners mit Bierdosen und anderem Müll nach ihm.

Persönliche Beleidigungen als Auslöser

Khabib Nurmagomedov entschuldigte sich hinterher in einer Konferenz für seinen Angriff und sagte dabei, sich „nicht von seiner besten Seite gezeigt“ zu haben. Gleichzeitig kamen in seinem Statement auch die unmittelbaren Beweggründe seines Handelns zum Vorschein.

Vladimir Putin Khabib Nurmagomedov
Vladimir Putin (links) und Nurmagomedov (links) (Bild: Wikimedia)

Der Russe beklagte, dass McGregor nicht nur dessen Land und Religion beleidigt, sondern auch direkt gegen Nurmagomedovs Vater gewettert hätte. Diesen habe er als „zitternden Feigling“ bezeichnet.

Welche Konsequenzen Nurmagomedovs Angriff nach sich ziehen wird, ist noch unklar. Die Nevada State Athletic Commission, welche die Ultimate Fighting Championship reguliert, wird entscheiden, ob der Russe seinen Titel verliert, suspendiert wird oder anderweitig bestraft wird.

In der TV-Diskussion unmittelbar nach dem Kampf, wurde gemutmaßt, dass Nurmagomedov ein komplettes Einreiseverbot in die USA drohen könnte. Bestätigt wurde jedoch von offizieller Seite nichts.

Die beiden Kämpfer sowie die restlichen Beteiligten durften die Polizeistationkurz nach der Abführung jedoch wieder verlassen. McGregor verzichtete nämlich auf eine Anklage und twitterte kurz darauf, dass er sich auf eine Revanche freue.

UFC Chef Dana White schwer enttäuscht

UFC Chef Dana White kommentierte den Vorfall nur begrenzt, gab dabei aber seiner Enttäuschung und seinem Unverständnis kund.

Nach einer sehr erfolgreichen UFC-Woche, habe der Russe durch seine „lächerliche Aktion“ dafür gesorgt, dass man statt zu feiern nun grimmig auf den Vorfall zurückschaue.

In einem Interview nach dem Vorfall sagte White:

Wissen Sie, da hatte er gerade einen wichtigen Kampf gewonnen, hat fantastisch gekämpft und stand nun kurz davor, den Gürtel zu bekommen und den Respekt des Publikums zu ernten, weil er so gut war und gewonnen hat. Und stattdessen springt er aus dem Käfig, um eine riesige Prügelei in Conors Ecke anzufangen.

Was den gleichzeitigen Angriff auf McGregor angeht, wolle er persönlich dafür sorgen, dass jene Männer, die in den Ring kletterten, nie wieder zu einem Kampf zugelassen werden.

White bekleidet sein Amt bei der UFC bereits seit 18 Jahren und ließ die Organisation unter seiner Leitung zu einem milliardenschweren Business anwachsen.

Nurmagomedov und McGregor schon lange verfeindet

Die Attacke des Russen auf seinen irischen Gegner und dessen Team kam nicht ganz unerwartet. Zwischen beiden Gelagen kam es schon oft zu heftigen persönlichen Konflikten.

MMA Kämpfer Conor McGregor
Conor McGregor griff Nurmagomedovs Team an (Bild: Wikipedia)

Im April dieses Jahres sorgte Conor McGregor für einen Skandal, als er den Bus angriff, in welchem sich Nurmagomedov und andere russische Kämpfer befanden.

Der Ire warf schwere Gegenstände auf den Bus und brachte mit einer Sackkarre die Fenster zum Bersten. Das umherfliegende Glas verletzte dabei einige der Kämpfer.

McGregor musste sich für seine Tat vor Gericht verantworten, entging aber dank seines reuevollen Geständnisses einer Gefängnisstrafe. Stattdessen musste er Sozialstunden leisten und einem Anti-Aggressionstraining zustimmen. Den Schaden am Bus hatte er ebenfalls zu begleichen.

Nurmagomedov berief sich nach seinem Angriff genau auf jenen Vorfall. Verständnislos über den Aufruhr um seine eigene Tat, erinnerte er an McGregors Attacke:

Ich verstehe nicht, warum die Leute darüber reden, wie ich aus dem Käfig gesprungen bin. Er hat über meine Religion, mein Land und meinen Vater gesprochen. Er kam nach Brooklyn und hat unseren Bus kaputt gemacht und dabei fast ein paar Menschen getötet. Was ist mit dem ganzen Mist? Warum reden die Leute über mich, wie ich aus dem Käfig springe? Ich verstehe das nicht. Dies ist ein respektvoller Sport, keiner wo nur Mist geredet wird. Ich möchte den Sport verändern. Man kann darin nicht über Religion oder Herkunft reden.

Der Angriff auf den Bus sei ein persönlicher Rachefeldzug des Iren gewesen, da Nurmagomedov eine Auseinandersetzung mit dessen Freund Artem Lobov gehabt habe.

Die UFC übergab die komplette Verantwortung an die Gerichte und verhängte selbst keinerlei Strafe an McGregor oder verbannte den Kämpfer aus der Championship. Die britische Zeitung „The Guardian“ wies daraufhin, dass der Ire der UFC mehrere Milliarden einbringen würde und nach zwei Jahren Pause daher ein großer finanzieller Gewinn für die Organisation sei.

Sollte es in Zukunft wirklich zu einer Revanche zwischen Nurmagomedov und McGregor kommen, könnten persönliche Gefühle zweifelsohne wieder im Mittelpunkt stehen. Der Kampf der beiden MMA Stars ist längst nicht mehr auf den professionellen Raum begrenzt.