Lizenz für National Lottery: Britische UKGC verlängert Bewerbungsphase

Veröffentlicht am: 5. August 2021, 02:07 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 6. August 2021, 11:51 Uhr.

Die britische Glücksspielaufsicht Gambling Commission (UKGC) hat die Fristen im Wettbewerb um die vierte Lizenz für den Betrieb der National Lottery verschoben. Dies gab die Gambling Commission gestern bekannt. Die Entscheidung sei laut offiziellem Statement auf Betreiben der Bewerber gefallen. Statt im Herbst 2023 wird die neue Lizenz nun frühestens im Februar 2024 in Kraft treten.

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Die zweite Bewerbungsphase für den Betrieb der National Lottery wurde verlängert (Quelle:flickr.com/pittaya, licensed under CC BY 2.0)

„Das bestmögliche Verfahren“

Wie die Gambling Commission auf ihrer Webseite erklärt [Seite auf Englisch], sei die zweite Bewerbungsphase für die National-Lottery-Lizenz um vier Wochen verlängert worden. Hinzukämen zusätzliche sechs Wochen für die Auswertung.

Letztlich bedeute die Verlängerung der Prozesse, dass die zu vergebene Lizenz erst im Februar 2024 Gültigkeit erlange. Bis dahin, und somit sechs Monate länger als geplant, bleibe die aktuelle dritte Lizenz aktiv. Der siegreiche Bewerber solle im Februar 2022 bekanntgegeben werden.

Die UKGC erläutert, mit der Verlängerung der aktuellen Bewerbungsphase auf „Einlassungen“ der Bewerber und Erfahrungen aus der ersten Phase zu reagieren.

Dies entspreche dem Selbstverständnis der Gambling Commission, nachdem es ihre Aufgabe sei, den „bestmöglichen Wettbewerb“ zu veranstalten:

Wir möchten einen Lizenznehmer ernennen, der auf dem Erbe der Nationallotterie aufbauen und neue Möglichkeiten für eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft finden kann. Die Zahl der eingegangenen Bewerbungen ist ermutigend, und wir freuen uns darauf, die Vorschläge der zweiten Phase im Rahmen eines tragfähigen Verfahrens zu bewerten.

Angaben des britischen The Guardian zufolge soll mindestens ein Bieter aufgrund der Corona-Pandemie und entsprechender Reisebeschränkungen aktiv um die Verschiebung gebeten haben. Mutmaßlich sei der zeitliche Puffer jedoch aufgrund der hohen Anforderungen der UKGC bei allen Beteiligten auf Zuspruch gestoßen.

Zeitenwende bei der National Lottery?

Aktuell bewerben sich Lizenzhalter Camelot, das britische Medienunternehmen Northern & Shell, die tschechische Sazka Group und Sisal aus Italien um die zehnjährige Lotterie-Lizenz des Vereinigten Königreichs.

Die britische Camelot Group betreibt die Lotterien und Rubbellose der National Lottery seit deren Beginn im Jahr 1994. Sowohl 2009 als auch 2012 waren die Konzessionen erneuert bzw. verlängert worden. In den vergangenen Jahren mehrte sich die Kritik an dem Anbieter. So werden dem Unternehmen immer wieder Versäumnisse mit Blick auf den Spielerschutz und zu niedrige Abgaben für das Gemeinwohl vor dem Hintergrund sehr hoher Einnahmen vorgeworfen.

Dem Guardian zufolge dürfte die Verzögerung insbesondere Camelot in die Hände spielen. So sollen die weiteren sechs Monate vor dem möglichen Verlust des Lotto-Imperiums der Gruppe Einnahmen in Höhe von rund 42 Mio. GBP sichern.

Ob es hierbei bleiben wird, ist indes unklar. In ihrem Statement macht die UKGC deutlich, dass alle genannten Daten lediglich Richtwerte seien, die sich je nach Marktentwicklungen und Pandemie-Auswirkungen jederzeit ändern könnten. Ob und wann die National Lottery also tatsächlich den Besitzer wechselt, bleibt abzuwarten.