Missach­tung des Ein­satz­limits: bet365 haf­tet für Spiel­verluste

Posted on: 18/11/2025, 01:11h. 

Last updated on: 17/11/2025, 03:46h.

  • Wegen zu hoher Einsatzlimits wurde Wettanbieter bet365 verteilt.
  • Betreiber hatte Wettendem viel zu hohe Einzahlungen gewährt.
  • Klagender Wettfan erhält zehntausende Euro zurück.

In Deutschland gelten laut Glücksspielstaatsvertrag strikte Obergrenzen für die monatlichen Überweisungen auf Spielerkonten. Bei Verstößen stehen Spielern unter Umständen Entschädigungen zu. So auch in einem aktuellen Fall, in dem bet365 wegen der Missachtung von Einsatzlimits für entstandene Spielverluste haftbar gemacht wurde.

500 Euro-Geldscheine
Der Wettfan konnte viel zu viel Geld einzahlen (Bild: Pixabay)

Bereits vor anderthalb Wochen urteilte das Landgericht Tübingen zugunsten des klagenden Wettfans. Dieser hatte laut Branchenportal anwalt.de auf Erstattungen seiner erlittenen Verluste geklagt und dabei seine unzulässig hohen Einzahlungen geltend gemacht.

Der entstandene Schaden liegt bereits einige Jahre zurück. Demnach hatte der Wettfan von Oktober 2020 bis Februar 2021 hohe Summen auf sein Spielerkonto bei dem Online-Buchmacher eingezahlt.

Die von der Glücksspielbehörde der Länder kontrollierte monatliche Maximalsumme beim Online-Glücksspiel beträgt 1.000 Euro. Das Einzahlungslimit kann nur auf Antrag und in Ausnahmefällen erhöht werden.

Rechtlich gesehen hätte der Kläger in dem Zeitraum maximal 5.000 Euro einzahlen dürfen. Tatsächlich aber ließ es bet365 zu, dass der Spieler 31.800 Euro auf sein Konto überwies. Dies war auch zu dem damals geltenden Glücksspielstaatsvertrag von 2012 illegal.

Haftung für hohe Verluste

Da der Anbieter nicht gegen die zu hohen Überweisungen einschritt, konnte der Spieler eine sechsstellige Summe verlieren. Darin erkannten die Richter des Landgerichts einen Verstoß des Buchmachers gegen seine Schutzpflicht gegenüber dem Spieler.

Diese soll Betroffene vor zu hohen finanziellen Verlusten bewahren. Darüber hinaus soll die Gefahr einer möglichen Spielsucht bei anfälligen Spielern verhindert werden.

Obwohl Lizenzierung und Firmensitz von bet365 aus Malta stammen, sieht das LG deutsches Recht als gültig an. Grund dafür sei, dass sich der Betreiber dezidiert an deutsche Spieler wende.

Der Kläger hatte in Folge seiner hohen Einzahlungen die Gesamtsumme verspielt. Die 31.800 Euro erhält er allerdings nicht zurück.

Stattdessen billigte ihm das Gericht 26.800 Euro zu – die Differenz aus den tatsächlichen Einzahlungen und den erlaubten 5.000 Euro.

Der Fall aus Baden-Württemberg zeigt erneut den schmalen Grad, auf dem sich viele Wettanbieter bewegen. Für Spieler, die Geld zurückfordern wollen, ergibt sich unter Umständen jedoch eine weitere Möglichkeit, ihre verlorenen Einsätze zurückzufordern.