Australischer Buchmacher PlayUp ließ Spieler trotz Selbstausschluss zocken

Veröffentlicht am: 16. Dezember 2019, 12:09 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 16. Dezember 2019, 12:20 Uhr.

In Australien steht der Wettanbieter PlayUp in der Kritik. Der Grund: Medienberichten zufolge bot das Unternehmen Spielern, die sich zuvor bei dem Wettbüro hatten sperren lassen, weiterhin Wetten an.

Stopp Spielchips
Das Selbstausschluss-Register ist Pflicht (Bild: Pixabay)

In einem Statement gab PlayUp-Geschäftsführer Peter Simic zu, dass es in der Vergangenheit dazu gekommen sein könnte, dass gesperrte Spieler Wettangebote erhalten hätten. Dies sei jedoch niemals willentlich geschehen, sondern auf die komplizierte Firmenstruktur zurückzuführen, so der PlayUp-Chef.

PlayUps bewegte Geschichte

Ursprünglich war das Unternehmen als technischer Dienstleister in der Sportwetten-Branche gegründet worden. Das Management verlegte den Schwerpunkt des Geschäfts allerdings später auf Wettangebote.

Webseite PlayUp
So sieht PlayUps Webangebot aus (Bild: PlayUp)

Nach Verlusten in Höhe von über 100 Millionen Australischen Dollar wurde PlayUp 2016 liquidiert, ehe der jetzige Geschäftsführer Peter Simic die Marke im folgenden Jahr wiederbelebte.

Seitdem hat PlayUp eine Reihe kleinerer Konkurrenten, wie beispielsweise Classicbet, Best Bet, Madbookie oder TopBetta, aufgekauft und unter dem Dach der Marke PlayUp zusammengefasst.

Diese Ansammlung unterschiedlicher Marken sei die Ursache für die widerrechtlichen Angebote, so Peter Simic. Es sei demnach unmöglich gewesen, sicherzustellen, dass ein bei einer der Marken gesperrter Spieler von den anderen Tochterfirmen keine Offerten erhielte.

Peter Simic sagte zu den fehlenden internen Vergleichsmöglichkeiten:

“Wir hatten keine Möglichkeit zu wissen, wer wer ist oder ob falsche Daten eingegeben worden sind. (…) Es war keine geplante Aktion.”

Allerdings waren die Probleme im Unternehmen bereits länger bekannt. So sprach PlayUps Vorstandsmitglied Andrew Parramore das Thema schon im August an. Ihm zufolge müsse die Möglichkeit, dass sich ein Spieler bei einer Marke gesperrt habe, er gleichzeitig aber von anderen PlayUp-Marken Angebote erhalte, “so schnell wie möglich” abgestellt werden.

So stellte er in einer am 13. August abgesendeten E-Mail die Frage:

“Wie gehen wir mit Kunden um, die sich auf einer Plattform selbst gesperrt haben, die aber auf einer unserer anderen Plattformen unter der PlayUp-Lizenz aktiv weiterwetten?”

Selbstausschluss-Register werden landesweit Pflicht

In dem Bundesstaat Northern Territory ist die Einführung eines Selbstausschluss-Registers für Buchmacher Pflicht. Da PlayUp in dem Staat lizensiert ist, verstieß der Anbieter aufgrund der Nichtbeachtung des Registers gegen geltendes Recht.

Mit dem Pflichtregister hat die Glücksspielbehörde aus der Landeshauptstadt Darwin bereits eine Initiative der australischen Regierung umgesetzt, die die Einführung eines landesweiten Registers für den Selbstausschluss plant.

Das für ganz Australien geltende System soll künftig Voraussetzung für sämtliche Onlineanbieter von Glücksspielen werden.

Dem Gesetz zufolge begeht jeder Anbieter, der diese Regel nicht befolgt, eine Straftat. Zudem könnte der Verstoß lizenzrechtliche Konsequenzen für PlayUp haben. Peter Simic zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass der Buchmacher aus diesem Grund nicht die Lizenz verlieren wird.

In dieser Frage werden jedoch die staatlichen Glücksspielkontrolleure das letzte Wort haben. Sie haben sich jedoch noch nicht zu dem Fall geäußert.