Australien: Neue Chance für Crown Resorts Barangaroo-Casino

Veröffentlicht am: 11. Februar 2021, 01:41 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. Februar 2021, 01:41 Uhr.

Der Vorsitzende der Glücksspielbehörde von New South Wales, Philip Crawford, hat erklärt, Casinobetreiber Crown Resorts könne nun doch die Erlaubnis erhalten, sein Barangaroo-Casino in Sydney bis Ende April zu eröffnen. Dies berichtet 9News [Seite auf Englisch] am heutigen Donnerstag.

To-Do-Liste, Block, Stift
Crown Resorts könnte sein Barangaroo-Casino eröffnen, wenn vorher Mängel beseitigt werden. (Bild: pixabay.com)

Die Zusage von Crawford sei erfolgt, nachdem die Präsidentin von Crown Resorts, Helen Coonan, eine enge Zusammenarbeit mit der Liquor and Gaming Authority (ILGA) zugesagt hatte, um die bestehenden Mängel zu beseitigen.

Am Dienstag entschied die ILGA, Crown sei ungeeignet, ein Casino zu betreiben. Der Beschluss erfolgte nach der Veröffentlichung des Gutachtens von Richterin Patricia Bergin, das in den Medien nun als „Bergin-Bericht“ betitelt wird. Dieser enthüllt zahlreiche Verfehlungen von Crown.

Crown gelobt Besserung

Crawford habe an die vorläufige Lizenz für den Ausschank von Alkohol erinnert, die dem Barangaroo-Casino ausgestellt worden sei. Diese laufe Ende April ab. Daher solle der 1. Mai als erstes Zieldatum festgelegt werden, um die Fortschritte von Crown zu bewerten.

Coonan gab heute eine Erklärung ab, in der sie versprach, dass Crown Resorts alles tun werde, um die Auflagen zu erfüllen. Sie erklärt weiterhin:

Der Ausschuss hat schwerwiegende Verhaltens-, Kultur- und Compliance-Probleme aufgedeckt, die eindeutig nicht unseren Werten entsprechen. Ich akzeptiere, dass Kritik berechtigt ist und entschuldige mich vorbehaltlos für diese Mängel.

Es seien bereits Schritte unternommen worden, um diese Defizite zu beseitigen. Doch es gebe noch viel zu tun. Crown unterschätze das Ausmaß des Problems nicht und dem Management sei bewusst, dass Änderungen im Kern vorgenommen werden müssten.

Bergin-Bericht bietet Lösungsansätze

Seit fast einem Jahr untersuchten die ILGS und Richterin Bergin das Crown Casino auf seine Eignung für eine Lizenz. Der in zwei Bände aufgeteilte 750 Seiten lange Bericht beinhaltet Hintergrundinformationen, Analysen und technische Empfehlungen. Er deckt zudem Verfehlungen von Crown auf.

Der Bericht beschreibt auch sechs Maßnahmen, die Crown ergreifen müsse, um die Lizenz zu erhalten:

  • eine „vollständige und weitreichende forensische Prüfung“ aller Konten, um Verbindungen zu kriminellen Aktivitäten zu unterbinden
  • Crown-Gründer und Mehrheitseigner James Packer müsse das „Fernmanövrieren“ einstellen. Trotz seiner Abwesenheit im Crown Management habe Packer die Befugnis gehabt, die Direktoren des Unternehmens zu beeinflussen. Es wird empfohlen, einen Weg zu finden, mit dem Packer vertrauliche Informationen über die NSW Liquor and Gaming Authority an das Management weitergibt.
  • Umstrukturierung des Crown Managements
  • Durchführung eines Compliance-Audits
  • Einstellung der Kooperation mit nicht lizenzierten Junket-Betreibern
  • Herstellung einer „respektvollen und kooperativen“ Beziehung zur Behörde

Coonan erklärte, Crown sei es den 20.000 Menschen, die im Unternehmen beschäftigt seien, schuldig, bei der Umsetzung der Vorgaben schnell voranzukommen. Der erste Schritt zur Umstrukturierung des Managements ist bereits getan. Am Mittwoch reichten Guy Jalland und Michael Johnston, Vertreter von Crowns größtem Aktionär Consolidated Press Holdings, ihren Rücktritt ein.