Sind Glücksspiel und Cannabis bald legal in Texas?

Veröffentlicht am: 25. April 2022, 12:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. April 2022, 12:13 Uhr.

Der demokratische Kandidat für das Amt des Gouverneurs des US-Bundesstaates Texas, Beto O’Rourke, soll die Legalisierung von Glücksspiel und Sportwetten in Betracht ziehen. Zudem plane O’Rourke die Legalisierung von Cannabis, berichtete das Las Vegas Review-Journal [Seite auf Englisch] in der vergangenen Woche.

Flagge Texas
Kandidat für das Amt des Gouverneurs in Texas will Glücksspiel legalisieren. (Bild: pixabay.com)

Die Legalisierung von Glücksspiel und Sportwetten solle dazu beitragen, die Grundsteuern zu senken, erklärte der Herausforderer des derzeit amtierenden republikanischen Gouverneurs Greg Abbott bei einem Wahlkampfstopp in Dallas.

In Texas gibt es keine staatliche Grundsteuer, aber Kommunen und Bezirke erheben Grundsteuern, um Schulen, Polizei und Feuerwehr, Straßenreparaturen sowie öffentliche Krankenhäuser zu finanzieren.

O’Rourke, ein demokratischer Präsidentschaftskandidat im Jahr 2020, sagte, der Staat könne Milliarden von Dollar verdienen, indem er Glücksspiele, Sportwetten und den Verkauf von Marihuana reguliere.

Texaner wünschen sich reguliertes Glücksspiel

Der Kandidat für das Amt des Gouverneurs argumentierte, dass die Texaner bereits die Staatsgrenzen für Casino-Glücksspiele und Sportwetten überschritten. Dies führe dazu, dass Texas Einnahmen in Milliardenhöhe verliere. Diese flössen an die benachbarten Bundesstaaten.

So erklärte O’Rourke:

Wenn wir den Texanern im ganzen Bundesstaat zuhören, ist dies erstens ein sehr beliebter Vorschlag, und zweitens würde es uns auch helfen, einige der Herausforderungen anzugehen, die wir bei der Senkung der Inflation und der Grundsteuern im Bundesstaat haben. […]

Politiker in Texas sind dem Glücksspiel nicht wohlgesonnen

Die Legalisierung des Glücksspiels sei allerdings keine einfache Angelegenheit, so O’Rourke. Die texanische Verfassung verbiete derzeit das Glücksspiel. Der derzeit amtierende republikanische Gouverneur Abbott unterstütze das Verbot und habe keine Anstrengung unternommen, es aufzuheben.

Eine Änderung der Verfassung erfordere die Zustimmung von zwei Dritteln des Repräsentantenhauses und des Senats. Allerdings sei die Gesetzgebungslandschaft dem Glücksspiel gegenüber keineswegs wohlwollend gestimmt. Die evangelikale Konservative im Statehouse in Austin habe immer noch beträchtlichen Einfluss.

Las Vegas Sands blickt nach Texas

O’Rourke ist nicht der Einzige, der glaubt, dass Texas bereit für eine Expansion des Glücksspiels sei. Casino-Unternehmen von außerhalb des Staates haben lange versucht, den Gesetzgeber davon zu überzeugen, die Entwicklung integrierter Casino-Resorts in ganz Texas zu genehmigen.

Unter ihnen ist Las Vegas Sands. Der Konzern hat zu diesem Zweck bereits Millionen von Dollar in Lobbyarbeit investiert. Die jüngsten Bemühungen des Unternehmens scheiterten jedoch Anfang dieses Jahres. Dies veranlasste die Führungskräfte von Sands, die Bemühungen auf die nächste Legislaturperiode zu verschieben.

Im Februar gründete Sands ein neues politisches Aktionskomitee, um seinen Vorstoß für die Legalisierung von Casinos zu verstärken: Das Texas Sands PAC, dem zu dieser Zeit zugeschrieben wurde, bereits über eine halbe Million Dollar für rund drei Dutzend Vorwahlen für das Repräsentantenhaus und den Senat ausgegeben zu haben.

Diesbezüglich äußerte sich R.G. Ratcliffe, ein langjähriger politischer Autor im Bundesstaat. Die religiöse Rechte leiste sehr gute Arbeit, wenn es darum gehe, republikanische Vorwahlen in Texas zu gewinnen.

Ratcliffe erklärte:

Viele Menschen, die ein Interesse daran haben, das Glücksspiel in Texas auszuweiten, sind auch große Geldspender für landesweite Politiker. Aber es geschah nichts […].

Es sei also schwer vorherzusehen, ob an dieser Front etwas passieren werde, abgesehen von einem Paradigmenwechsel in der politischen Atmosphäre. Im kommenden Jahr 2023 wird sich die Legislative von Texas erneut zusammenfinden, um Gesetze zu verabschieden. Es wird sich zeigen, ob die Glücksspiel- und Sportwetten-Gesetzgebung dann angepasst wird.