Bundesverband deutscher Glücksspielunternehmen warnt vor Anstieg illegalen Online-Glücksspiels

Veröffentlicht am: 23. April 2020, 01:04 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. April 2020, 01:04 Uhr.

Der Bundesverband deutscher Glücksspielunternehmen (BDGU) hat sich gegenüber der deutschen Presse-Agentur (dpa) über die aktuellen Entwicklungen des illegalen Online-Glücksspielmarktes in Deutschland geäußert. Wie die Süddeutsche Zeitung am Donnerstagmorgen berichtet, sei laut BDGU ein eindeutiger Anstieg der Beteiligung an illegalen Online-Glücksspielen zu beobachten.

Laut BDGU erhöhte Beteiligung am illegalen Online-Glücksspiel während Corona-Krise (Bild: Pikist/freePhoto)

Vor allem zwei Faktoren spielten in dieser Entwicklung eine maßgebliche Rolle. Zum einen seien aufgrund der Ausgangsperren generell mehr Menschen im Internet unterwegs, zum anderen nutzen die Online-Anbieter zahlreiche Online-Plattformen und Social-Media-Kanäle um intensiv für sich zu werben.

Der Bundesverband deutscher Glücksspielunternehmen ist im Jahr 2016 gegründet worden und repräsentiert sowohl den landbasierten als auch den Online-Glücksspiel-Sektor. Der BDGU setzt sich dabei grundsätzlich für die Legalisierung des Online-Glücksspiels ein und strebt einen bundesweit einheitlichen und gut regulierten Glücksspielmarkt an.

Laut Michael Barth, dem Vorstandsvorsitzenden des BDGUs und Geschäftsführer der Bremer Toto und Lotto GmbH, zeige der Kampf gegen unzulässige Werbung nur wenig Erfolge. Sobald ein Kanal geschlossen werde, würden zwei weitere geöffnet.

Großes Potenzial für das legale Online-Glücksspiel

Während das Angebot legaler Online-Glücksspielprodukte in Deutschland nur sehr gering ausfällt, bauen die Lotteriegesellschaften vieler Bundesländer ihre Online-Produktsparte seit einigen Jahren vermehrt aus.

Lotto Rheinland-Pfalz beispielsweise erklärte gegenüber der dpa, dass der Anteil der verkauften Lottoscheine im Internet seit Jahren kontinuierlich steige. Während der Online-Anteil am Gesamteinsatz 2018 noch bei 7,9 % gelegen habe, sei er 2019 auf 8,9 % angestiegen.

Im Jahr 2020 liege der Anteil bisher sogar bei 10,7 %, was mit großer Wahrscheinlichkeit auf die COVID-19-bedingte Schließung einiger Lottoannahmestellen zurückzuführen sei.

Während es vermehrt gern genutzte Online-Lotto-Produkte gibt, mangelt es an legalen Alternativen für Online-Spielautomaten und Casinospiele. Erst kürzlich kritisierte Georg Stecker vom Verband Die Deutsche Automatenwirtschaft mit Hinblick auf die Corona-Pandemie diesen Umstand:

Der Schwarzmarkt wächst, weil wir als Anbieter des legalen terrestrischen Automatenspiels unseren gesetzlichen Auftrag nicht erfüllen können, das natürliche Spielbedürfnis in geordnete und legale Bahnen zu lenken.

Die Organisation hoffe daher, dass die ersten Spielhallen möglichst bald wieder geöffnet werden können. Wie viel Besucherzuwachs die illegalen Online-Casinos in der Zwischenzeit verzeichnen, scheint jedoch insgesamt schwer einzuschätzen.