Allwyn statt Camelot: Neuer Lizenznehmer der britischen National Lottery gewählt

Veröffentlicht am: 16. March 2022, 12:54 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 16. March 2022, 12:54 Uhr.

Der tschechische Glücksspiel-Konzern Allwyn (vormals Sazka) übernimmt ab 2024 den Betrieb der staatlichen Lotterie Großbritanniens. Diese Entscheidung hat die britische Glücksspiel-Aufsicht UK Gambling Commission (UKGC) am Dienstag bekannt gegeben. Die Behörde habe sich nach einem „fairen, offenen und robusten“ Bewerbungsverfahren für Allwyn entschieden.

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Die UK Gambling Commission hat Allwyn als neuen Lizenznehmer der National Lottery ernannt (Bild: The National Lottery)

Wie die UKGC in ihrem Pressestatement [Seite auf Englisch] betont, verfügten alle Bewerber über die nötigen Voraussetzungen und Kompetenzen, dem Betrieb der National Lottery gerecht zu werden. Allwyn habe jedoch aufgrund seines Fokus auf technologische Innovationen und Wachstum bei der Wahl hervorstechen können.

Von einem Wachstum des klassischen Lotto-Geschäfts profitiere letztendlich auch die Gesellschaft, da ein bedeutsamer Teil der Lotto-Einnahmen wohltätigen Zwecken zugutekomme, so die UKGC.

Der vielversprechendste Kandidat

Camelot hingegen war zuletzt dafür kritisiert worden, sich zunehmend auf das Geschäft mit Online-Sofortspielen zu konzentrieren. Das Unternehmen habe so seine eigenen Profite erhöhen können, ohne mehr Geld für die Gemeinnützigkeit abgeben zu müssen, beklagten einige Abgeordnete.

Die von Allwyn präsentierte Wachstumsstrategie für die National Lottery entspreche hingegen den Zielen der UKGC, erklärte die Behörde. Man freue sich daher über die künftige Zusammenarbeit. Auch der tschechische Glücksspiel-Riese zeigt sich erfreut über die Wahl. Allwyns Vorsitzender für den britischen Markt, Justin King, kommentiert:

Ich freue mich, dass unsere Bewerbung als die stärkste angesehen worden ist, um auf möglichst sichere und nachhaltige Weise wohltätige Zwecke zu fördern. Die Glücksspiel-Aufsicht hat einen langen und detaillierten Prozess durchgeführt und ich bin sehr beeindruckt davon, wie viel Aufmerksamkeit sie dabei den Herausforderungen geschenkt hat, die in den nächsten Jahrzehnten auf die National Lottery zukommen.

Allwyn sehe sich diesen Herausforderungen seinerseits gewachsen und freue sich, die britische Lotterie in eine neue Ära zu begleiten. Der Konzern erkenne die Bedeutsamkeit der Lotterie für die britische Gesellschaft an und wolle dazu beitragen, die Spielbeteiligung zu erhöhen. Gleichzeitig sollen auch die Spielerschutz-Maßnahmen verbessert werden.

Camelot spricht von Enttäuschung

Der ausgestochene Konkurrent Camelot, der die Lizenz für den Betrieb der National Lottery seit deren Gründung im Jahr 1994 hält, hat am Dienstag mit Unverständnis auf die Entscheidung der UKGC reagiert. Camelot-CEO Nigel Railton kommentiert:

Ich bin unfassbar enttäuscht über die heutige Nachricht, aber wir haben weiterhin eine wichtige Aufgabe zu erfüllen, da unsere aktuelle Lizenz noch bis Februar 2024 gilt. Wir werden die Bewertung der Glücksspiel-Behörde nun eingehend prüfen, bevor wir entscheiden, was wir als nächstes tun.

Wie Railton weiterhin in seinem Statement betont, habe Camelot in den vergangenen zwei Jahren Rekordeinnahmen generiert. Dadurch seien auch Rekordsummen für wohltätige Zwecke zusammengekommen. Ob Camelot daher eventuell  die Entscheidung der UKGC anfechten könnte, geht aus dem Statement nicht hervor.