Lotto Baden-Württemberg sucht nach alternativen Verkaufsmöglichkeiten

Veröffentlicht am: 9. Januar 2020, 11:55 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. Januar 2020, 11:55 Uhr.

Der Geschäftsführer von Lotto Baden-Württemberg, Georg Wacker, hat sich im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch zu Problemen des legalen Lottomarktes in Deutschland geäußert. Aufgrund der zunehmenden illegalen Online Konkurrenz beobachte man seit Jahren einen Rückgang der Einnahmen sowie der Lotterieannahmestellen.

deutscher Lottoschein mit Kreuzen
Lotto Baden-Württemberg strebt modernere Verkaufsmöglichkeiten an (Bild: Pixabay)

Lotto muss moderner werden

Das klassische Lotto ist unter den Deutschen noch immer die beliebteste Form des Glücksspiels. Doch obwohl viele deutsche Lottospieler ihrem regelmäßigen „6 aus 49“ Tippschein treu bleiben, geht die Zahl aktiver Lottoannahmestellen im Bundesgebiet seit Jahren zurück.

Wie der baden-württembergische Lotto-Chef Georg Wacker am Mittwoch mitteilte, existierten in Deutschlands drittgrößtem Bundesland mittlerweile nur noch 3.138 Annahmestellen. Vor 15 Jahren habe es noch zirka 3.700 Abgabeorte gegeben.

Im Geschäftsjahr 2019 haben Spieler aus Baden-Württemberg insgesamt 978 Mio. Euro für das Lotto ausgegeben (9,7 Mio. Euro weniger als im Vorjahr). Den Löwenanteil machte mit 47 % das klassische „6 aus 49“ Lotto aus, gefolgt vom Eurojackpot mit 18 %.

Das Unternehmen suche daher nach Alternativen, um auch in Zukunft wieder mit steigendem Erfolg seine Produkte zu vertreiben. Vor allem jüngere Spieler sollten mithilfe modernerer Zugriffspunkte wieder an das Lotto herangeführt werden.

Lotto Baden-Württemberg habe daher bereits unter dem Namen „ANNA“ eine Lotterie-App für Smartphones entwickelt. Diese diene allerdings lediglich dazu, den Tippschein in digitaler Form vorzubereiten. Abgegeben (bzw. eingescannt) werden müsse dieser dennoch in einer physischen Annahmestelle.

Anders als beispielsweise in Großbritannien bieten die deutschen Lotterien derzeit noch keine reinen Online Lottospiele. Eine Ausweitung auf einen legalen Online Lottomarkt könnte jedoch durchaus sinnvoll sein.

Zunächst jedoch wolle das Unternehmen mehr sogenannte „Lotto-Quick-Annahmestellen“ einrichten. Diese sollen mit einer verminderten Produktzahl innerhalb von Supermärkten oder Tankstellen operieren, um zeitsparende Spiel-Alternativen bereitzustellen.

Illegale Anbieter sollen bekämpft werden

Für den allgemeinen Erfolgsrückgang der deutschen Lotterie macht Wacker vor allem die vielen illegale Online Lotteriespiele verantwortlich. Dem Staat entgingen so Millionen potentieller Steuergelder, da immer mehr Menschen die Online Lottoangebote nutzten.

Es kann nicht sein, dass die grauen Anbieter oder die illegalen Anbieter den Anständigen auf der Nase herumtanzen, so wie wir das in der Vergangenheit bei den Sportwetten oder Zweitlotterien erlebt haben.

Wacker appelliert an die Politik, einen dritten Glücksspielstaatsvertrag zu formulieren, welcher mit einem klaren Regelwerk den gesamten Glücksspielmarkt effizient reguliert.

Der Staat solle auf diesem Wege auch die Möglichkeit erhalten, Unterlassungsverfügungen gegen illegale Anbieter auszusprechen, um diese vom deutschen Markt auszuschließen.