Das an der Londoner Börse gelistete Glücksspielunternehmen 888 Holdings veröffentliche gestern seine Bilanzen für das Jahr 2018. Der Glücksspielanbieter konnte trotz sinkender Umsätze beim Poker- und Bingo-Angebot im zweistelligen Bereich ein Wachstum erreichen.

888 Holdings Logo

888 Holdings verzeichnet Wachstum. Bild: wikipedia.com)

Der Gesamtumsatz im Jahre 2018 belief sich auf 540 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zu den 2017 generierten Einnahmen in Höhe von 541,8 Millionen US-Dollar bedeutet dies einen Verlust von 2 %.

Rückläufig waren die Geschäfte sowohl im B2C (Business to Customer) als auch im B2B (Business to Business) Bereich. Der B2C Umsatz sank um 2 % auf 479,3 Millionen US-Dollar und die Einnahmen im B2B Geschäft um 8 % auf 529,9 Millionen US-Dollar.

Die Verluste im B2B Business waren insbesondere in den hohen Geldbußen begründet, die 888 an die UK Gambling Commission zu entrichten hatte. Grund war ein unzureichendes Selbstausschluss-System der Marken Dragonfish und Cassava, die von 888 Holdings betrieben werden.

Im Mai 2018 erfolgte eine Prüfung durch die UK Gambling Commission, in deren Rahmen festgestellt wurde, dass Spieler, die sich zuvor von 888 Casino-, Sport- oder Pokerseiten selbst ausgeschlossen hatten, in der Lage waren, bei Dragonfish und Cassava mit demselben Namen und denselben Daten ein neues Konto zu eröffnen.

Im August 2018 veröffentlichte 888 die Ergebnisse der Lizenzprüfung durch die Glücksspielkommission. Der Konzern musste eine Rekordstrafe in Höhe von 7,8 Millionen Pfund Sterling zahlen.

Starker Rückgang beim Poker- und Bingo Geschäft

888 konnte insbesondere im Poker-Geschäft einen starken Rückgang der Umsätze verzeichnen. Dieser B2C Bereich sank um 37 % auf 49 Millionen US-Dollar. Auch die Bingo-Einnahmen waren rückläufig. Im Jahresabschlussbericht gab 888 Holdings einen Umsatzabfall von 17 % auf 32,4 Millionen US-Dollar an.

Anders sah es aber für Casinospiele und Sportwetten aus. Die Umsätze im Bereich des Casinospiels stiegen um 8 % auf 317 Millionen US-Dollar und um 6 % auf 80,3 Millionen US-Dollar in der Sportwetten-Branche.

Itai Pazner, CEO bei 888, sagte:

„Im Rahmen meines ersten Berichts als CEO freue ich mich sehr, die Aktionäre von 888 über die bedeutenden strategischen Fortschritte des Unternehmens im Jahre 2018 und seit Anfang 2019 unterrichten zu können.“

Nach Angaben von Pazner sei der Anstieg im Sportwetten-Bereich vor allem im hohen Spieleraufkommen während der FIFA Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer begründet gewesen. Weiterhin habe das Unternehmen effektive Investitionen getätigt.

Sportwetten Logo 888

Sportwettengeschäft erfolgreich für 888. (Bild: 888.com)

Darüber hinaus habe es mehr Sportveranstaltungen gegeben, auf die die Kunden hätten wetten können, und die regulierten Märkte außerhalb von Großbritannien seien ebenfalls gewachsen und brächten 888 aktuell mehr Einnahmen.

De CEO sagte weiter, dass die geografische Expansion mit wichtigen neuen Lizenzen fortgesetzt werde und dass mit Orbit, einer neuen Casino-Plattform, eine bedeutende Produktinnovation an den Start gegangen sei. Darüber hinaus beabsichtige 888, eine eigene Sportwetten-Technologie hinzuzufügen.

Neue Glücksspiellizenz in Malta und neuer Server in Irland

Der bevorstehende Brexit könnte negative Auswirkungen und neue regulatorische Bedingungen mit sich bringen. Aus diesem Grunde habe das Unternehmen kürzlich eine Glücksspiellizenz in Malta erworben. Um auch weiterhin die europäischen Kunden bedienen zu können, habe 888 auch einen Server in Irland eingerichtet.

CEO Pazner äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich der künftigen Entwicklungen des Unternehmens:

„Trotz des Gegenwinds in einigen Bereichen des Geschäfts war die Finanzleistung im Jahre 2018 stabil und wir erzielten beim EBITDA ein Rekordergebnis. Die Gruppe erzielte ein anhaltendes Wachstum auf mehreren regulierten Märkten. […]“

Aussichten für 888 – was sagen die Analysten?

Das Management von 888 sieht durch die in den vergangenen Monaten erzielten Fortschritte bedeutende Wachstumschancen. Aus Sicht der Analysten könnte es für das an der Londoner Börse [Seite auf Englisch] notierte Unternehmen allerdings weitaus weniger optimistisch aussehen.

888 habe laut der Finanzexperten Marktanteile verloren und habe nur in Italien, im Nahen Osten und in Afrika ein Wachstum verzeichnen können. Die strengeren regulatorischen Bedingungen in Großbritannien, die Technologie, die nicht auf dem neusten Stand ist und Probleme, auf dem Massenmarkt zu agieren, könnten einem Wachstum entgegenstehen. Wie sich die Geschäfte für 888 Holdings aber letztendlich entwickeln werden, wird sich zeigen.