Nordirland: 32Red Casino begleicht 590.000 GBP Spielschulden einer Betrügerin

Veröffentlicht am: 21. November 2019, 05:42 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. November 2019, 05:42 Uhr.

Das Unternehmen S3 Alliance Ltd in Derry/Londonderry, Nordirland, erhielt vom Online Glücksspielanbieter 32Red eine Rückerstattung in Höhe von 590.000 Pfund Sterling, nachdem eine Mitarbeiterin diesen Betrag unterschlagen hatte.

Hand. Haus, Tresor
Spielsüchtige Frau stahl 590.000 Pfund Sterling von Arbeitgeber. (Bild: pixabay.com)

Die Angestellte verwendete unberechtigterweise Kreditkarten der Firma, um auf der Casino-Plattform zu spielen. In der mündlichen Verhandlung am Dienstag bestätigte die Staatsanwaltschaft von Derry die Rückerstattung eines Großteils des Betrags an S3 Alliance Ltd.

Die Mitarbeiterin von S3 Alliance bekannte sich am Verhandlungstag letzten Monat für schuldig, im Zeitraum vom Januar 2016 bis April 2017 die Bank of Ireland und American Express Kreditkarten ihres Arbeitgebers verwendet zu haben, um Einzahlungen bei 32Red zu tätigen.

Die Spielerin verlor das gesamte Geld

Rechnungsprüfer, die mit dem Fall betraut wurden, sollten Nachforschungen über den Verbleib es Geldes anstellen. Am Ende der Recherche konnten sie allerdings nur den Verlust des Betrags feststellen:

„Sie hat den gesamten Betrag für das Online Spiel bei 32Red ausgegeben. […] Sie beschaffte sich das ganze Geld durch Betrug und hat das Geld auf der Glücksspielseite verloren.“

Die Angeklagte befindet sich derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß, muss aber am 29. November sowie am 20. Dezember erneut vor Gericht erscheinen. Ein Gutachten eines Psychiaters steht noch aus und das Urteil wurde noch nicht gefällt. Auch S3 Alliance soll zu dem Vorfall noch nicht Stellung bezogen haben.

Das Online Casino 32Red, das zur Kindred Group gehört, geriet in den vergangenen Monaten mehrmals in den Fokus behördlicher Ermittlungen. So wurde der Betreiber im September 2019 von der Advertising Standards Authority (ASA) verwarnt, weil in den Google Suchergebnissen nach Eingabe des Märchennamens „Jack and The Beanstalk“ zwei Werbeanzeigen des Casinos erschienen seien.

Das Online-Glücksspielunternehmen musste im letzten Jahr auch eine Geldstrafe in Höhe von 2 Mio. Pfund Sterling bezahlen, weil erforderliche Maßnahmen zum Spielerschutz und der Geldwäsche nicht gewährleistet gewesen sein sollen.

Die Aufsichtsbehörde soll im Rahmen von Untersuchungen festgestellt haben, dass 32Red einem Kunden im Zeitraum von November 2014 bis April 2017 die Durchführung von Transaktionen ohne Überprüfungen ermöglichte.

Das Casino ist in der Pflicht

Strenge Vorgaben der britischen Glücksspielkommission [Seite auf Englisch] sollen verhindern, dass durch kriminelle Handlungen erworbenes Geld in das Spiel im Online Casino investiert werden kann. Die Glücksspielanbieter im Internet sind daher verpflichtet, die Identität ihrer Kunden sowie die Herkunft der Einlagen zu überprüfen.

Die Verifizierung der Identität der Spieler erfolgt dadurch, dass das Casino Kopien offizieller Dokumente wie Kontoauszüge, Kreditkartenabrechnungen und Ausweise einfordert, die sowohl die Identität des Kunden verifizieren als auch belegen, dass der Spieler zu den getätigten finanziellen Transaktionen berechtigt ist.

Über Zahlungen mit Kreditkarten in Online Casinos wird seit einigen Monaten in Großbritannien kontrovers debattiert, denn Spieler, die mit Karten ihre Einzahlungen tätigen, spielen quasi mit Geld, über das sie eigentlich nicht verfügen.

Das könnte dazu führen, dass der Überblick über die finanziellen Verhältnisse verlorengeht. Die ständige Verfügbarkeit finanzieller Mittel könnte auch ein hohes Suchtpotential bergen.

Weiterhin besteht die Verpflichtung, bei Anzeichen pathologischen Glücksspiels zu intervenieren, indem der Kundendienst mit dem Spieler in Kontakt tritt oder gegebenenfalls das Spielerkonto sperrt.

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Die Verwendung von Kreditkarten in Casinos wird kontrovers diskutiert. (Bild: pixabay.com)

Im betreffenden Fall scheint das Casino es versäumt zu haben, die Herkunft des Geldes zu überprüfen, zumal es sich um höhere Beträge handelte. Scheinbar wurde auch das exzessive Spielverhalten der Frau übersehen, das auf pathologisches Glücksspiel hinweist.

Möglicherweise erklärte sich das Casino daher bereit, den entstandenen Schaden auszugleichen, um eventuellen Sanktionen seitens der britischen Glücksspielbehörde [Seite auf Englisch] vorzubeugen. Diese wurde inzwischen ebenfalls über den Fall informiert und wird voraussichtlich entsprechende Untersuchungen anstellen.

Dennoch könnte der Vorfall zeigen, dass die Sicherheitsmaßnahmen einiger Online Casinos möglicherweise den Vorgaben der Glücksspielbehörden nicht entsprechen.