Rapider Anstieg verdächtiger Sportwetten-Aktivitäten im Jahr 2020

Veröffentlicht am: 25. Januar 2021, 01:56 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. Januar 2021, 01:56 Uhr.

Die Organisation für die Wahrung der Integrität bei Sportwetten Global Lottery Monitoring System (GLMS) hat in ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht [Seite auf Englisch] einen Anstieg verdächtiger Sportwetten-Aktivitäten weltweit gemeldet. Laut GLMS seien 41 % mehr Fälle als im Vorjahr gemeldet worden.

Globus, Figur mit Lupe, Fußballspieler
Verdächtige Sportwetten-Aktivitäten sind weltweit gestiegen. (Bild: pixabay.com, uihere.com, casino.org)

Insgesamt habe GLMS 1.113 Warnmeldungen an seine Mitglieder gesendet. Von diesen seien 936 vor Beginn des Sportereignisses, 27 während der Spielzeit und 150 nach Spielende generiert worden. Zu den Mitgliedern gehören die FIFA, UEFA, verschiedene Glücksspielkommissionen, das Olympische Komitee sowie die Esports Integrity Coalition, Swiss Lottery und die Tennis Integrity Unit.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie sei das Jahr 2020 sehr herausfordernd gewesen, heißt es in dem Bericht. Viele große Veranstaltungen seien abgesagt worden. Dies habe zur Folge gehabt, dass Veranstaltungen auf niedrigerer Ebene in den Fokus gerückt seien.

So sei es möglich gewesen, den Verbrauchern Angebote bereitstellen zu können. Auch habe sich die Corona-Pandemie auf die Aufstellung der Mannschaften und die Strategien ausgewirkt:

Die mehrfachen Wellen von COVID-19 wirkten sich auf die Abläufe verschiedener Wettbewerbe aus. In Mannschaftssportarten mussten die Teams ihre Strategien und Teamaufstellungen ständig überarbeiten und sich auf ihre Reserve- oder Jugendspieler verlassen, um die Lücken für ältere Spieler zu schließen, die positiv getestet oder unter Quarantäne gestellt wurden.

Die meisten Fälle im Fußballsport

Spitzenreiter sei mit 832 Fällen der Fußballsport gewesen. Dieser mache einen Anteil von 75 % aus. An zweiter Stelle stehe Basketball mit 134 Meldungen, gefolgt von Eishockey (55) und Tennis (50).

In Bezug auf die Region sei Europa mit 727 Meldungen am stärksten von Match-Fixing betroffen. Asien folge mit 191, Südamerika mit 90, Nordamerika mit 64 und Afrika mit 23.

Das GLMS verwendet ein Farbsystem, um die Dringlichkeit der Meldungen zu kategorisieren:

  • Eine grüne Warnung wird bei teambezogenen Nachrichten, geringfügigen Änderungen der Wettquoten und falschen Startpreisen ausgelöst.
  • Gelb umfasst Meldungen über unerklärliche Quotenänderungen und Turnierstrukturen sowie Gerüchte über Spielmanipulationen.
  • Die rote Warnung wird bei verdächtigen Quotenänderungen, Informationen von Mitgliedern, Gerüchten über Spielmanipulationen durch eine benannte Quelle sowie stark erhöhtes Wettvolumen ausgelöst. Die rote Kategorie stellt die größte Bedrohung für die Integrität von Sportwetten dar.

Das GLMS wurde 2009 von der World Lottery Association (WLA) gegründet und ist heute weltweit präsent. Die Organisation hat es sich jedoch nicht nur zur Aufgabe gemacht, verdächtige Wettaktivitäten zu erkennen, zu analysieren und zu melden, sondern engagiert sich auch in den Bereichen Bildung, Prävention und Rechtsberatung.