Studie in Schottland: Stadt Glasgow lässt Betroffene von Glückspiel-Schäden zu Wort kommen

Veröffentlicht am: 4. August 2020, 11:07 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. August 2020, 11:08 Uhr.

Die Stadt Glasgow in Schottland möchte Glücksspiel-bezogene Probleme untersuchen. Dazu veranstalten die Social Care Alliance Scotland (ALLIANCE) und Public Health Scotland ein Online-Event auf Zoom.

Wie die Glasgow Times [Seite auf Englisch] am heutigen Dienstag berichtet hat, sollen bei der Veranstaltung am Donnerstag, dem 06. August 2020, Menschen zu Wort kommen, die von Glücksspiel-Schäden betroffen seien.

Glasgow
In Glasgow untersucht eine Studie die Erfahrung mit Glücksspiel-Schäden. (Flickr: „Glasgow“ by IMBiblio, licensed under CC BY-SA 2.0)

In Glasgow und Schottland sei in den vergangenen Jahren ein Anstieg von Online-Glücksspiel und Glücksspiel-Werbung zu verzeichnen, so Stadtratsmitglied Annette Christie.

Vorhandene Spielprobleme und die Auswirkungen auf Familienmitglieder sowie das soziale Umfeld der Betroffenen seien durch die Corona-Krise wahrscheinlich noch verstärkt worden. Dies erklärt Phil Mackie von Public Health Scotland, einem eigens für die Corona-Pandemie gegründeten Gesundheitsausschuss.

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Glücksspielverhalten in Schottland werden derzeit im Rahmen einer 18-monatigen Studie der Universitäten Stirling, Glasgow und Edinburgh untersucht. Es soll festgestellt werden, inwiefern sich die Isolation vieler Menschen auf den Konsum von Glücksspiel ausgewirkt haben könnte.

Betroffene von Spielproblemen in den Mittelpunkt stellen

An der Zoom-Veranstaltung sollen Mitglieder des Glasgower Stadtrates und Berater des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS, sowie Vertreter von Hilfsorganisationen und Suchtforscher teilnehmen.

Im Mittelpunkt stünden jedoch die Erlebnisse von Menschen mit Spielsucht-Erfahrung, so Will Griffiths von der ALLIANCE:

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Menschen mit gelebter Erfahrung an der Gestaltung der Arbeit beteiligt sind, um die Schäden durch Glücksspiel in ganz Glasgow zu verringern. […] Diese Veranstaltung wird ein wichtiger Ausgangspunkt sein, um sicherzustellen, dass Menschen mit langjähriger Erfahrung mit Glückspielschäden im Mittelpunkt der gemeinschaftlichen Umsetzung der Arbeit in Glasgow stehen.

Dreijährige Studie zu Glückspiel-Schäden

Die Zoom-Veranstaltung sei die erste von vielen verschiedenen Aktionen, die im Rahmen eines dreijährigen Projekts zur Untersuchung von Glücksspiel-Schäden stattfinden sollen.

Anhand des von der britischen Glücksspiel-Behörde, UK Gambling Commission (UKGC), finanzierten Vorhabens wolle man Erkenntnisse darüber gewinnen, wie Individuen und Gemeinden Glücksspiel-Schäden erleben.

Mithilfe der Erkenntnisse soll entschieden werden, welche Maßnahmen die Stadt Glasgow einleiten müsse, um solche Schäden zu verringern.