Rauchverbot könnte Casinos in Atlantic City 2.500 Arbeitsplätze kosten

Veröffentlicht am: 24. February 2022, 01:51 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. February 2022, 01:51 Uhr.

Der Casino-Verband des US-Bundesstaats New Jersey (CANJ) warnt [Seite auf Englisch] vor potenziell dramatischen wirtschaftlichen Folgen eines Rauchverbots in den Casinos von Atlantic City. Zu erwarten seien der Verlust von insgesamt 2.512 Arbeitsplätzen sowie ein Umsatzrückgang von 10,9 %. Die Zahlen gingen aus einer neuen Studie der auf den Glücksspiel-Sektor spezialisierten Unternehmensberatung Spectrum Gaming Group hervor.

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Der Casino-Verband von New Jersey warnt vor den Folgen eines Rauchverbots in den Casinos (Bild: Pixabay)

Insgesamt 21 % der Besucher der Atlantic-City-Casinos seien Raucher. Dies seien 8 % mehr als der Anteil der Raucher in der Gesamtbevölkerung. Diese Kunden aufgrund eines Rauchverbots zu verlieren, würde die Casinos viele Millionen Dollar kosten. So könnten den Betreibern 93 Mio. USD Einnahmen durch den Verkauf von Nicht-Glücksspiel-Produkten entgehen.

Dies würde sich auch negativ auf die Staatskasse auswirken, so der Bericht. So müsste der Fiskus auf rund 44 Mio. USD Steuereinnahmen verzichten, sollten die Casino-Umsätze einbrechen.

Der Vorsitzende des Casino-Verbandes, Joe Lupo, kommentiert:

Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, ein Rauchverbot einzuführen. Die Beschäftigtenzahlen unserer Casinos sind auf einem 20-Jahres-Tief und die Belegschaft ist 50 % niedriger als 2003. Auch die Besucherzahlen in Atlantic City sind auf einem 20-Jahres-Tief. Die Umsätze aus dem landbasierten Casino-Glücksspiel sind noch nicht auf einem Prä-Covid-Niveau […] Diesen Umständen auch noch ein Rauchverbot hinzuzufügen, könnte gravierende Folgen für die Gemeinschaft und den Staat haben.

Der Verband sei sich der Pro-Argumente für ein Rauchverbot dabei durchaus bewusst und die Gesundheit der Mitarbeiter sei von größter Bedeutung. Gleichzeitig vertrete er die Ansicht, dass bereits ausreichende Maßnahmen getroffen würden.

So sei das Rauchen mittlerweile lediglich in dafür vorgesehenen Bereichen in den Casinos gestattet. Diese machten nur ein Viertel der gesamten Spielfläche aus. Im Vergleich zu anderen Bundesstaaten sei New Jersey damit bereits sehr streng. So könne in den Casinos in Pennsylvania beispielsweise auf 50 % der Spielfläche geraucht werden.

Darüber hinaus verfügten die Casinos in Atlantic City über hochmoderne Luftfilter-Anlagen. Diese garantierten, dass Gäste und Angestellte stets saubere Luft atmeten.

Viele Angestellte um eigene Gesundheit besorgt

In den Augen diverser Gewerkschaften und Anti-Rauch-Aktivisten gingen diese Maßnahmen jedoch nicht weit genug. Angestellte seien gezwungen, sich entweder für ihr Gehalt oder für ihre Gesundheit zu entscheiden. Eine Dealerin des Borgata Casinos kommentiert gegenüber der Zeitung NBC Philadelphia:

Die Studie, die von der Casino-Industrie bezahlt wurde, zeigt wieder, dass es ihnen mehr um ihre veralteten Geschäftspraktiken geht als um das Leben und die Gesundheit ihrer Angestellten. Die offensichtliche Respektlosigkeit der Casinos in Bezug auf unser Wohlergehen ist eine Schande, insbesondere nachdem sie gerade unzählige Millionen Dollar Steuererleichterung vom Staat bekommen haben.

Ob die Studie ein Rauchverbot abwenden könnte, scheint indes äußerst fraglich. So hatte eine Gruppe aus Senatoren erst im Januar einen neuen Gesetzesentwurf für ein Rauchverbot eingereicht. Gouverneur Phil Murphy äußerte sich hierzu positiv.

Sollten Senat und Abgeordnetenhaus den Entwurf absegnen, würde er ihn „ohne Zögern“ unterzeichnen und somit Gesetz werden lassen, betonte der Politiker.