Wetten in Zeiten von Corona: Australier werden kreativ

Veröffentlicht am: 28. März 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 27. März 2020, 12:37 Uhr.

Australier wetten auf alles – sogar auf zwei Fliegen, die eine Wand hoch krabbeln, so ein altes Sprichwort. Diesem machen sie in diesen Zeiten alle Ehre und finden neue Möglichkeiten für den nächsten Wetteinsatz.

Wettanbieter und Spieler an Rennbahn
Wetten an der Rennbahn gehören auch in Australien bald der Vergangenheit an (flickr.com, Foto: -spam-)

Die Corona-Krise greift um sich, Sportveranstaltungen werden abgesagt, Wettbüros geschlossen. Glücksspieler wenden sich mehr und mehr dem Online-Markt zu. Hunde- und Pferderennen gehen in Australien zunächst weiter, wenn auch vor leeren Rängen. Doch bald, so wird befürchtet, könnten auch diese abgesagt werden.

Auf was soll man denn überhaupt noch wetten?

Angesichts dieser Aussichten begeben sich australische Buchmacher auf die Suche nach der nächsten Einsatzmöglichkeit für ihre Kunden. Und werden fündig:

Der australische Anbieter TAB etwa verzeichne Medienberichten zufolge einen bemerkenswerten Anstieg von Wetten auf die russischen FIBA Basketball-Meisterschaften. Weiterhin seien Basketball in Taiwan und die Premier League in Weißrussland beliebte Ziele für australische Wetten:

„Einige Wettkämpfe, darunter taiwanesischer Basketball und die weißrussische Premier League haben einen bedeutsamen Anstieg erlebt, in manchen Fällen um bis zu 2.000 %.“

TABs Online-Konkurrenten Sportsbet und BetEasy bieten unterdessen Wetten auf ukrainisches Tischtennis, Basketball in Tadschikistan oder russische Volleyball-Turniere an. Gewettet wird außerdem auf E-Sports, Reality TV-Shows und sogar auf das Wetter.

Australier zählen zu den eifrigsten Glücksspielern der Welt. 80 % der Volljährigen – der höchste Anteil weltweit – beteiligen sich an Wetten.

Wetten im Wert von 37 Milliarden AUD (20 Milliarden Euro) wurden in Australien allein im Jahr 2018 gesetzt. Aus diesen gingen 4,7 Milliarden AUD Umsatz hervor.

Der australischen Behörde für Produktivität zufolge wiesen 17 % der Australier ein problematisches Spielverhalten auf.

Glücksspieler weltweit stehen vor demselben Problem

Nicht nur in Australien muss sich der Glücksspiel-Markt neu orientieren. Auch in anderen Ländern werden Buchmacher kreativ.

In den USA etwa wird neuerdings auf russisches Hockey, mexikanischen Fußball und virtuelles Pferderennen (Seite auf Englisch) gesetzt.

Und auch politische Wetten rücken verstärkt in den Fokus. So setzten viele Spieler darauf, wie oft der Name „Trump“ oder das Wort „Coronavirus“ in der Debatte der US-Vorwahlen zwischen Joe Biden und Bernie Sanders erwähnt werden würde.

Angesichts eines solchen Einfallsreichtums könnte sich die Glücksspielbranche möglicherweise trotz der zu erwartenden Verluste durch die Krise retten.