Bericht: Immer mehr New Yorker Teen­ager platzieren Wetten

Posted on: 22/10/2025, 02:46h. 

Last updated on: 22/10/2025, 08:07h.

  • Laut Studie bis zu 90 % aller Teenager in New York bereits bei Sportwetten aktiv gewesen.
  • Spielerschützer beobachten alarmierenden Trend unter den High-School-Schülern.
  • Jugendliche nutzen Umwege zur Teilnahme am Online-Spiel

Im Big Apple erwirtschaften die Buchmacher Jahr für Jahr höhere Umsätze. Diese könnten allerdings zulasten des Jugendschutzes gehen, warnen Spielerschutz-Organisationen. Diesen zufolge sollen bis zu 90 % aller Teenager in New York im vergangenen Jahr auf Sportwetten gesetzt haben.

Jugendlicher am Smartphone
Nutzen zu viele Junge die Sportwetten-Apps? (Bild: Pixabay/zibik)

Die alarmierende Zahl wurde vor wenigen Tagen von dem New York Council on Problem Gambling veröffentlicht. Nach Angaben der Spielerschützer nutzt eine wachsende Zahl der Teenager Sportwetten und greift dabei auf Ersparnisse zurück.

Besonders hoch sei der Anteil an den High Schools, wo sich ein Großteil der Schüler beim Glücksspiel aktiv zeige. Wie auch in anderen Altersgruppen würden dabei gerade Jungen oft auf die Apps der Wettanbieter zugreifen.

Zu deren Motivation erklärte Keith Whyte, Präsident des landesweiten National Council on Problem Gambling, gegenüber Medienvertretern:

Sie glauben, dass sie schon ziemlich weit sind und das System austricksen können (…) Das ist die Denkweise von Teenagern. Sie meinen: ‚Ich bin schlauer als Erwachsene, ich kriege das schon hin.‘

Whyte warnte, dass dieses Selbstbewusstsein zu anhaltenden Problemen mit der Impulskontrolle und zu riskantem Finanzverhalten führen könne. Ein Grund dafür sei, dass Jugendliche aufgrund der fortlaufenden Entwicklung ihrer Risiko-Belohnungs-Mechanismen im Gehirn besonders anfällig für Spielsucht seien.

Permanente Exposition zu Sport und Wetten?

Gerade zu Beginn des angelaufenen Schuljahrs könnte die Versuchung zum Besuch der Wett-Apps besonders groß sein. So starten im Spätsommer und Herbst die großen Sportarten ihren Ligabetrieb.

Die beinahe täglichen Matches bei American Football, Baseball oder Basketball sorgen laut Spielerschützern dafür, dass die Heranwachsenden den Versuchungen des Wettens permanent ausgesetzt sind.

Eigentlich dürfte es das Problem gar nicht geben, denn in New York sind Sportwetten erst ab einem Alter von 21 Jahren legal. Lizenzierten Betreibern drohen zudem drastische Strafen für den Fall, dass sie ihre Angebote an Minderjährige vermarkten. Deshalb sind die Jüngeren auf Umwege angewiesen, um am Glücksspiel teilnehmen zu können.

Weit verbreitet an Schulen ist die gemeinsame Nutzung der Apps auf den Smartphones von älteren Spielern, so Jugendschützer. Darüber hinaus bestehe der riskante Trend, bei unlizenzierten Buchmachern zu zocken. Diese haben meist relativ leicht zu umgehende Alterskontrollen, sodass Minderjährige ihr Taschengeld dort verspielen können.

Nach Ansicht der Spielerschützer müssen die Heranwachsenden besser vor dem Spiel geschützt werden. Dies könnte zum einen durch eine bessere Kontrolle und Verfolgung illegaler Betreiber geschehen. Am wichtigsten aber wäre es, die Jugendlichen für die Risiken von Sportwetten besser zu sensibilisieren.