Verzögerungen bei Übernahme von William Hill durch Glücksspiel-Konzern 888

Posted on: 04/01/2022, 10:46h. 

Last updated on: 05/01/2022, 11:51h.

Die geplante Übernahme der internationalen Geschäfte (Nicht-US) des Sportwetten-Konzerns William Hill durch das Glücksspiel-Unternehmen 888 Holdings PLC wird sich voraussichtlich verzögern. Statt im ersten Quartal des Jahres 2022 soll sie aktuellen Meldungen von 888 zufolge erst im zweiten Quartal vollzogen werden.

William Hill Wettbüro
Die Nicht-US-Geschäfte von William Hill sollen im zweiten Quartal 2022 von 888 Holdings übernommen werden. (Bild: flickr.com/photos/raver_mikey/4912866746)

Am 9. September des vergangenen Jahres hatte 888 Holdings angekündigt, die internationalen Geschäfte von William Hill für einen Preis von 2,2 Mrd. GBP (rund 2,6 Mrd. EUR) übernehmen zu wollen. Der Konzern habe sich diesbezüglich mit Caesars Entertainment geeinigt.

Von der geplanten Übernahme durch 888 Holdings sind die US-Geschäfte William Hills ausgenommen. Bereits im April, als der US-Casino-Betreiber Caesars Entertainment William Hill erworben hatte, hatte dieser angekündigt, lediglich an den US-Geschäften interessiert zu sein. Die restlichen internationalen Vermögenswerte, so Caesars bereits damals, sollten später abgestoßen werden. Sowohl 888 Holdings als auch Finanzinvestor Apollo Global hatten daraufhin Interesse an einer William-Hill-Übernahme bekundet.

Verzögerungen trotz vorliegender Genehmigungen?

Am 30. November hatte das Unternehmen in einem Statement noch erklärt, wichtige Autorisierungen, darunter die kartellrechtliche Genehmigung, erhalten zu haben. Aufgrund dessen gehe 888 davon aus, dass die Übernahme des Nicht-US-William-Hill-Geschäfts im ersten Quartal 2022 vollzogen werden könne.

Am 31. Dezember jedoch korrigierte der Konzern seine Erwartungen wie folgt:

Der Abschluss [der Übernahme; Anm. d. Red.] wird danach voraussichtlich im 2. Quartal 2022 erfolgen, vorbehaltlich der Erfüllung aller verbleibenden Bedingungen für den Vollzug.

Welche Bedingungen derzeit noch nicht erfüllt sind, gab 888 in seinem Statement nicht bekannt.

William Hill im Fokus der UK Gambling Commission

William Hill könnte sich in Großbritannien derweil mit einer Strafe der Glücksspielbehörde UK Gambling Commission (UKGC) konfrontiert sehen. Wie die britische Tageszeitung The Guardian [Seite auf Englisch] am Montag schrieb, werfe die Glücksspielaufsicht dem Buchmacher vor, fälschliche Daten in Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie übermittelt zu haben.

Konkret soll es sich um Daten der Monate zwischen März 2020 und September 2021 handeln. Aufgrund der „falschen Datenpunkte“, die William Hill bereitgestellt habe, sei die Behörde nun gezwungen, ihre Daten erneut zu analysieren.

Sie hatte seit März 2020 regelmäßig Informationen über das Glücksspiel-Verhalten der britischen Spieler bereitgestellt. Anlass hierfür hatte die Besorgnis gegeben, das Spielverhalten könnte sich aufgrund der Corona-bedingten Lockdowns ändern.

Ob William Hill deshalb mit einer Strafe bedacht werden wird und wie hoch diese ausfallen könnte, ist bislang allerdings noch nicht bekannt.