888 Holdings vs. Apollo: Wettbieten um William-Hill-Wettbüros?

Veröffentlicht am: 3. Mai 2021, 01:39 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. Mai 2021, 02:02 Uhr.

Das Rennen um den Kauf der Wettbüros des Buchmachers William Hill könnte sich zu einem Wettbieten entwickeln. Nach der Übernahme des britischen Sportwettenanbieters plant Käufer Caesars Entertainment, sich von den rund 1.400 Wettbüros zu trennen. Mit dem Glücksspielanbieter 888 Holdings und dem Finanzinvestor Apollo Global stehen sich zwei finanzkräftige Interessenten gegenüber, die den Verkaufserlös in die Höhe treiben könnten.

William Hill Wettbüro
Die Wettbüros von William Hill könnten 1,5 Mrd. GBP bringen (Bild: flickr.com/ Mikey)

Analysten zufolge könnte Caesars mit den Wettshops einen Milliardenbetrag erlösen. Für die Geschäfte und das Online-Glücksspiel-Geschäft in Europa, das ebenfalls zur Disposition stehe, könne der Casino-Konzern bis zu 1,5 Mrd. GBP (1,7 Mrd. Euro) erhalten.

50 % des William-Hill-Deals mit Verkauf refinanziert

Die Summe entspräche bereits über 50 % des Kaufpreises von rund 2,9 Milliarden GBP, den Caesars für den vor wenigen Wochen besiegelten Kauf des Buchmachers auf den Tisch gelegt hat, so britische Finanzexperten.

Vergangene Woche bekundete 888 Holdings Interesse an dem William-Hill-Anteil. So erklärte 888-CEO Itai Pazner:

Wir haben William Hill in der Vergangenheit erwähnt. Das könnte etwas sein, das wir uns ansehen würden. Und ich werde meinen Kommentar dazu nicht ändern.

Dem britischen Telegraph [Seite auf Englisch] zufolge befindet sich Apollo Global jedoch in der Favoritenrolle, wenn es um den Zuschlag der Shops und des europäischen Online-Business von William Hill geht. Der US-Investor hatte bereits vor dem Verkauf des gesamten Wettanbieters an Caesars mit einem Angebot geliebäugelt.

Dabei sollen die Apollo-Analysten vertieften Einblick in die Bücher von William Hill erhalten haben. Diese Kenntnisse könnten ihnen einen wichtigen Wissensvorsprung gegenüber 888 verschaffen.

Integration in Apollos Glücksspielimperium?

Darüber hinaus könnte Apollo William Hill ideal in sein bestehendes Portfolio an Glücksspielunternehmen integrieren, so der Telegraph. So sei eine Fusion mit dem italienischen Anbieter Gamenet denkbar.

Trotz der gescheiterten Übernahme von William Hill befindet sich Apollo weiter auf Einkaufstour in der Glücksspielbranche. Im Dezember kaufte der Investor für 950 Mio. Euro die italienische Gamenet-Gruppe. Darüber hinaus will Apollo gemeinsam mit dem Immobilienentwickler Vici Properes in Las Vegas das Venetian sowie das Sands Expo and Convention Center für 6,25 Mrd. USD kaufen.

Nach Angaben des Telegraph ist die Liste der möglichen Interessenten mit Apollo und 888 jedoch noch nicht abgeschlossen. So werde auch der britische Buchmacher Betfred als Käufer genannt. Darüber hinaus könnten die schwedischen Glücksspielanbieter Kindred und Betsson Interesse an einer Übernahme haben, um ihre Wettgeschäfte in Großbritannien auszuweiten.

Finanzexperten rechnen dem Telegraph zufolge damit, dass Caesars in diesem Sommer eine Entscheidung fällen könnte. Der tatsächliche Abschluss der Übernahme werde sich jedoch voraussichtlich bis Ende 2022 hinziehen.