„Trump 2024“ aus Pokerroom verbannt: Username löst politische Diskussion aus

Veröffentlicht am: 20. September 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 18. September 2020, 04:57 Uhr.

Ein US-amerikanischer Profi-Pokerspieler soll unter seinem aktuellen Usernamen nicht mehr auf der Online-Poker-Plattform WSOP.com spielen dürfen. Als Befürworter von US-Präsident Donald Trump habe Tim Burt [Seite auf Englisch] seit Jahren als „Trump 2024“ gespielt. Anfang der Woche sei sein Spielerkonto dann plötzlich pausiert worden.

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Username “Trump 2024” laut Poker-Webseite beleidigend (Bild: Pixabay)

Burt gab daraufhin über Twitter seinem Unverständnis freien Lauf. Die Betreiber der Webseite sollen ihn aufgefordert haben, seinen Usernamen unmittelbar zu ändern. Andernfalls dürfe er nicht mehr am Poker teilnehmen.

In der E-Mail, die Burt in seinem Twitter-Post öffentlich machte, heißt es:

Hey Spieler, wir sind kürzlich darauf aufmerksam geworden, dass Ihr Username von anderen Spielern auf WSOP.com als beleidigend aufgefasst werden könnte. Dies verletzt unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen, weshalb ihr Account geschlossen wurde. Wir fordern Sie daher auf, uns innerhalb der nächsten 48 Stunden drei alternative Usernamen zu schicken, um sicherzustellen, dass ihr neuer Username nicht auf Widerstand trifft.

 

Mit sichtlicher Empörung fügte Burt seinem Post hinzu, dass er keinesfalls die Absicht habe, seinen Usernamen zu ändern. Zudem verlinkte er den Präsidenten höchstpersönlich mit “@realDonaldTrump”. Ob dieser dem Post jedoch Aufmerksamkeit schenken könnte, bleibt fraglich.

Trumps Name eine Beleidigung in sich?

Burts Twitter-Post sorgt seit Tagen für großen Aufruhr. Insbesondere an dem Wort „beleidigend“ scheinen sich viele seiner Follower zu stören. So werfen einige den Betreibern der Poker-Plattform vor, Usernamen basierend auf ihrer eigenen politischen Überzeugung zuzulassen oder zu verbieten.

Mehrere fragten, ob WSOP.com genauso gehandelt hätte, wenn Burts Username „Biden 2024“ lauten würde.

Nachdem auch die Betreiber der Webseite auf den Twitter-Sturm aufmerksam wurden, beantworteten sie genau diese Frage. WSOP.com wolle sich von sämtlichen politischen Inhalten distanzieren, um die Integrität des Spiels zu bewahren und eine sichere Poker-Atmosphäre zu schaffen.

Spezifisch haben wir kürzlich ein Update im Bereich erlaubter Usernamen durchgeführt und halten seither Ausschau nach Namen politischer Natur (unabhängig von der Partei). Dies erfolgt zusätzlich zu Namen, die abwertend oder beleidigend sind oder jemanden/etwas falsch repräsentieren.

Burt erklärte inzwischen auch, dass sich ein Mitarbeiter des Poker-Portals telefonisch bei ihm gemeldet habe, um sich für den Gebrauch des Wortes „beleidigend“ zu entschuldigen.

Dass Burt jedoch mit seinem ursprünglichen Usernamen weiterspielen werden darf, bleibt höchst unwahrscheinlich.