Millionen-Minus wegen Corona: Tokio setzt auf Olympia-Ticket-Lotterie

Veröffentlicht am: 22. Juni 2021, 03:24 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Juni 2021, 03:24 Uhr.

Nach monatelangem Ringen haben die Veranstalter der diesjährigen Olympischen Spiele am gestrigen Montag bekanntgegeben, dass die Wettkämpfe in Tokio vor Publikum stattfinden sollen. Bis zu 10.000 Einheimische sollen dem sportlichen Großereignis jeweils vor Ort beiwohnen dürfen. Welche der eigentlich bereits gültigen 3,64 Mio. Tickets ihre Gültigkeit behalten, soll nun eine Lotterie klären.

Leere Ränge im Stadion
Geht es nach den Veranstaltern, bleiben die Ränge bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht leer (Quelle:unsplash.com/Markus Spiske)

Erleichterung unter Vorbehalt

Wie diverse Großereignisse sind auch die Olympischen Spiele des Jahres 2020 den Auswirkungen der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Ursprünglich hatte das Event vom 24. Juli bis 9. August vergangenen Jahres stattfinden sollen. Nun beginnen die 16-tägigen Spiele am 23. Juli 2021.

Bis gestern war unklar, inwieweit die Athleten in Tokio auf die Unterstützung eines Live-Publikums hoffen dürfen. Nun steht bis auf Weiteres fest, dass maximal 10.000 Zuschauer bei den Wettkämpfen anwesend sein dürfen. Insgesamt soll eine Auslastung der Austragungsorte von maximal 50 erlaubt sein. Welche Regeln für die Paralympics, die vom 24. August bis 5. September ausgetragen werden, gelten sollen, steht noch nicht fest.

Trotz der gestern kommunizierten Entscheidung behalten sich die Verantwortlichen Änderungen vor, sollte sich das Pandemiegeschehen negativ entwickeln. So erklärte die japanische Olympia-Organisationschefin Seiko Hashimoto:

Wenn die Situation wirklich schlecht ist, bleiben leere Stadien eine Option.

Die Reduktion der Zuschauerzahlen bedeutet eine organisatorische Herausforderung. So sollen bereits 4,48 Mio. Tickets für die ausgefallenen Spiele des Vorjahres verkauft worden sein, die jedoch ihre Gültigkeit behielten.

Olympia 2021: 400 Mio. im Minus

Zwar seien rund 840.000 Eintrittskarten zurückgegeben worden, dennoch bestehe eine große Differenz zu den nun verfügbaren Zuschauerplätzen. Laut den verantwortlichen Olympia-Organisatoren solle nun eine Lotterie für die Reduzierung der aktuell 3,64 im Umlauf befindlichen Tickets auf 2,72 Mio. sorgen. Details zu der Verlosung sind bislang nicht bekannt.

Japan ist in diesem Jahr nach 1964 zum zweiten Mal Gastgeber der Olympischen Spiele. Insgesamt wird mit rund 11.000 Sportlerinnen und Sportlern gerechnet, die sich in 33 Sportarten und 339 Wettkämpfen miteinander messen. Erstmals olympisch sind in diesem Jahr die Disziplinen Baseball/Softball, Karate, Sportklettern, Skateboard und Surfen.

Es ist davon auszugehen, dass die nun verabschiedete Zuschauerobergrenze ein tiefes Loch in die Olympischen Finanzen reißen wird. So berichten Medien, dass ursprünglich mit Einnahmen in Höhe von umgerechnet rund 790 Mio. Euro aus den Karteverkäufen gerechnet worden sei.

Aktuell gingen die Verantwortlichen jedoch davon aus, dass hiervon mit 400 Mio. über die Hälfte entfalle. Wie mit den Verlusten umzugehen sei, so berichtet unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, diskutierten nun die Stadt Tokio, die japanische Regierung und das Organisationskomitee.

Das Internationale Olympische Komitee sei derweil nicht aktiv in die Krisen-Gespräche eingebunden. So sei das IOC finanziell in keiner Weise an den Kartenverkäufen beteiligt, sondern generiere seine Einnahmen über Sponsoren und Rechte.