Thailand: Messaging-Dienste und Forensik gegen illegales Glücksspiel

Veröffentlicht am: 26. Januar 2021, 01:43 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. Januar 2021, 01:43 Uhr.

Wie CTN kürzlich berichtete [Artikel auf Englisch], seien im thailändischen Pattaya nach einer Razzia erneut rund 160 illegale Glücksspiel-Automaten sichergestellt worden. Die Polizei greife nun bei ihren Ermittlungen auf forensische Hilfe zurück: Fingerabdrücke und DNA-Spuren sollen zur Ergreifung der Täter führen.

Spielautomaten
Thailand kämpft mit Forensik gegen illegales Glücksspiel. (Quelle: pixabay.com)

Bereits am 21. Januar habe die Polizei in einem Geschäftsgebäude in Nongprue erneut ein illegales Casino ausgehoben. Festnahmen, geschweige denn Verdächtige, gebe es keine. Bei dem Fund handele es sich um rund 161 Spielautomaten, die vermutlich nach Thailand geschmuggelt worden seien. Offenbar seien sie schon einmal benutzt worden – und somit auch direkt zum Spielen bereit gewesen. Geplant gewesen sei wohl ein illegales Casino.

Messaging-Dienste gegen illegales Glücksspiel

Im konkreten Fall greife die Polizei auf neue Ermittlungsmethoden zurück, die zur Ergreifung der Täter führen sollen: Mit Hilfe von Messaging-Diensten, bei denen anonyme Hinweise an die Polizei gesendet werden können, solle dem Glücksspiel das Handwerk gelegt werden. Ein Tipp auf genau einem dieser Dienste habe die Polizei auf die Spur des neuen „Underground-Casinos“ geführt.

Die thailändische Übersetzerin Hazel Rawang, die den Original-Polizeibericht aus dem Thailändischen ins Englische übersetzte, erklärte:

Es gab in letzter Zeit einen bemerkenswerten Anstieg von Verhaftungen im Zusammenhang mit Glücksspielen, und das deckt sich mit der Sorge der lokalen Gemeinden bezüglich des Risikos, dass viele Menschen auf einmal zusammenkommen.

Sie glaube, dass die Zahl der Glücksspiele in Thailand aufgrund der Angst der Bevölkerung vor der Verbreitung des Coronavirus zunehmen könnte.

Darüber hinaus griffen die Ermittler auf die Expertise von Forensikern zurück, die die Besitzer der Automaten mit Hilfe von Fingerabdrücken und DNA-Spuren ausfindig machen sollten. So nähmen forensische Ermittler an den sichergestellten Maschinen Fingerabdrücke sowie Haar- und DNA-Proben von Matratzen, Kleidung, einem Motorroller und Geräten, die sich noch im Gebäude befänden.

Illegales Glücksspiel nichts wirklich Neues in Thailand

Ganz neu und überraschend ist es in Thailand nicht, dass illegale Spielstätten gefunden und ausgehoben werden: Bereits in der vorvergangenen Woche wurden in Pattaya mehrere illegale Glücksspieler verhaftet.

Thailand steht nicht nur für atemberaubende Strände, eindrucksvolle Tempel, geschmackvolles Essen und unterschiedlichste Inseln, sondern auch für eine Glücksspielkultur, die ihresgleichen sucht. Und das, obwohl Glücksspiel in Thailand verboten ist.

Auch die letzten Wochen brachten immer wieder illegale Spielstätten ans Licht. So sollen sich in einem nicht registrierten Lagerhaus in Khon Kaen Spielautomaten im Wert von etwa 17 Millionen Baht (ca. 467.370 Euro) befunden haben – allesamt funktionsfähig und gut abgedeckt.

Der Sprecher der örtlichen Polizei, der an der Razzia teilnahm, Pol Maj. Gen Yingyos Thepchamnong sagte den Medien gegenüber, die Automaten seien auf fünf Lastwagen geliefert worden. Sie seien nicht auf einmal vorgefahren, sondern nach und nach am Lagerhaus angekommen, um keinen Verdacht zu erregen. Einige der LKW-Fahrer, die an der Aktion beteiligt waren, sollen sich später selbst der Polizei gestellt haben.