Basler Swisslos-Fonds: Glücksspiel-Gelder für Casino-Doku

Veröffentlicht am: 8. June 2022, 02:11 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. June 2022, 02:12 Uhr.

Der Reingewinn des Schweizer Glücksspiel-Betreibers Swisslos fließt in das Gemeinwohl. Gestern entschied der Regierungsrat über die Verwendung von 633.000 CHF aus dem Swisslos-Fonds des Kantons Basel-Stadt.

Blick auf Basel
Die Kultur in Basel profitiert von den Mitteln des Swisslos-Fonds (Quelle: pixabay.com)

Von den Mitteln profitieren mehrere Dokumentarfilm-Projekte und kulturelle Veranstaltungen. Auch ein Film über das größte Casino Europas im italienischen Campione hat es auf die Förderliste geschafft.

Filmprojekt zum Casino Campione

Swisslos Lottoscheine
Swisslos ist einer der beiden großen Lotteriebetreiber der Schweiz (©Swisslos)

Der Glücksspiel-Betreiber Swisslos bietet seine Produkte in den Kantonen der Deutschschweiz und im Tessin an.

Der Reingewinn in Höhe von 24 % der Einnahmen fließt für den guten Zweck zurück in die Gesellschaft. Betreiberangaben zufolge kommen jährlich rund 400 Mio. CHF den Kantonen und dem nationalen Sport zugute.

In Basel tagte gestern der Regierungsrat und entschied sich für fünf regionale Projekte, die nun mit Mitteln aus dem Swisslos-Fonds des Kantons rechnen dürfen. Gleich dreimal konnten sich Filmschaffende über die Zuwendungen aus dem Glücksspiel freuen.

Mit 117.000 CHF aus dem Swisslos-Fonds bedacht wurde das Dokumentarfilmprojekt Rien ne va plus – Architektur des Glücks. Dieses behandelt die Geschichte der kleinen italienischen Gemeinde Campione, in der das größte Casino Europas beheimatet ist.

In seiner Pressemeldung schreibt der Regierungsrat zum Film des Zürcher Regisseurs Michele Cirigliano:

Das Casino (…) war lange Zeit Quelle des Reichtums und nimmt etwa die Hälfte des gesamten dörflichen Zentrums ein. Seit hundert Jahren lebte Campione ausschließlich von diesem Casino, sowohl wirtschaftlich als auch im Selbstverständnis seiner Einwohnerinnen und Einwohner. Für viele überraschend ging das Casino 2018 Konkurs. Mit der Wiedereröffnung des Casinos anfangs [sic!] dieses Jahres verfolgt der Film diese Prozesse und Konflikte im überschaubaren Gefüge eines dörflichen Gemeinwesens.

Fonds fördert Diskurs, Begegnung und Vielfalt

Weiterhin erhält das Dokumentarfilmprojekt Life is everything der beiden ebenfalls aus Zürich stammenden Beatrice Minger und Christoph Schaub einen Betrag von 193.000 CHF. Der Film beschäftigt sich mit der Architektin Eileen Gray. Der Regierungsrat schreibt in seiner Pressemitteilung hierzu:

Eileen Gray entwarf 1929 als eine der ersten Architektinnen der Moderne ein Haus an der Côte d’Azur für Jean Badovici. Le Corbusier war mit Badovici befreundet und benutzte dessen weisse Wände als Leinwand für sexuell konnotierte Bilder. Eileen Gray wurde nicht gefragt. Sie erfuhr erst Jahre später davon und bezeichnete die Aktion als Vandalenakt an ihrer Architektur.

Mit dem Film wollten die Macher „einen relevanten Beitrag zum aktuellen Diskurs über Kreativität, Macht und Gender“ leisten.

Mit 160.000 CHF bedacht wurde das Projekt Tableaux Vivants, dass die über 40-jährige Tätigkeit des Schweizer Regisseurs und Journalisten Andreas Hoessli als Auslandsreporter betrachtet.

Zusätzlich können sich die Organisatoren mehrerer Veranstaltungen über Zuwendungen aus dem Basler Lotto-Topf freuen. So werden zwei Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag der Schweiz mit jeweils 60.000 CHF gefördert.

Das „Mondfest Basel“, das als Begegnungsveranstaltung zwischen lokaler und chinesischer Bevölkerung dient, erhält weitere 25.000 CHF aus dem Swisslos-Fonds. Für die Ausrichtung der Feierlichkeiten zu seinem 50-jährigen Bestehen gehen 11.000 CHF zudem an den Verein habs queer Basel, der sich für geschlechtliche und sexuelle Akzeptanz stark macht.