Stellenabbau bei Sport­wetten-Anbieter bet-at-home in Österreich

Veröffentlicht am: 13. Dezember 2021, 11:02 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Dezember 2021, 12:05 Uhr.

Der in Malta registrierte Sportwetten-Anbieter bet-at-home hat Ende vergangener Woche die Restrukturierung seiner Tochtergesellschaft in Österreich beschlossen. Damit reagiert der Glücksspielkonzern auf den im Oktober verabschiedeten zwischenzeitlichen Rückzug seines Online-Casinos vom österreichischen Markt. Laut Beschluss sollen dort deshalb nun 65 Mitarbeiter entlassen werden.

bet-at-home und Arbeitsmarktservice
Für die Betroffenen ist nun der Arbeitsmarktservice zuständig (Bilder: bet-at-home, AMS)

Am Freitag wurden die Beschäftigten des bet-at-home-Standortes in Linz über die Pläne und die bevorstehenden Entlassungen informiert. Damit werden im Januar rund ein Viertel der gut 250 Beschäftigten ihren Job in der Niederlassung verlieren.

Der Restrukturierungsplan sehe laut Geschäftsführung diverse Maßnahmen vor, welche sich aus einem Programm zur Steigerung der Effizienz und Kostensenkungen zusammensetzten. Die „einmalige Reduktion“ bei der Anzahl der Beschäftigten sei dabei unumgänglich.

Auslöser des Rückzuges sind ausstehende Kundenklagen gegen das Online-Casino von bet-at-home in Österreich. Im Herbst hatte der Oberste Gerichtshof in Österreich gegen das Unternehmen entschieden. Die Rechtsstreitigkeiten hatten dazu geführt, dass der Konzern Rückstellungen in Höhe von 24,6 Mio. Euro für mögliche Rückzahlungen an Spieler tätigen musste. Aufgrund der mit dem Casino-Ausstieg verbundenen Einnahmeausfälle sehe sich bet-at-home gezwungen, seine Kostenstruktur an die neuen Gegebenheiten anzupassen, so das Unternehmen.

Gleichzeitig betonte das Management, dass es sich trotz der Reduktion dank der „knapp 200 hochqualifizierten und einsatzbereiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ für die weitere positive wirtschaftliche Entwicklung gut gerüstet sehe.

Betroffenheit am Standort Linz

Die Entlassungen in Linz sollen nach Planung des Managements voraussichtlich im April abgeschlossen sein. Franz Ömer, Geschäftsführer der bet-at-home.com Entertainment GmbH, erklärte dazu:

Es ist sehr schmerzhaft nach vielen Jahren des erfolgreichen Wachstums, diesen einschneidenden Schritt zu setzen. Aber die Schließung des Online-Casino-Geschäfts in Österreich lässt keine anderen Optionen zu.

Bei bet-at-home gebe es für die Entlassenen keinen Sozialplan, meldet die österreichische Kronenzeitung. Grund dafür sei laut Unternehmenssprecher Claus Retschitzegger die hohe Qualifizierung der Mitarbeiter.

Das Unternehmen gehe davon aus, dass die Betroffenen „aufgrund der hohen Nachfrage am Arbeitsmarkt“ rasch einen neuen Arbeitgeber fänden. Ob die Entlassenen tatsächlich schnell einen neuen Job in der streng regulierten Glücksspielbranche Österreichs finden, wird sich jedoch erst noch zeigen müssen.