Sportwetten-Anbieter Tipico setzt Partnerprogramm aus

Veröffentlicht am: 5. Mai 2020, 01:52 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. Mai 2020, 03:45 Uhr.

Der führende deutsche Online-Buchmacher Tipico Sportwetten mit Sitz auf Malta hat sein Partnerprogramm vorübergehend eingestellt. Das geht aus einer Ankündigung auf der Webseite des Anbieters hervor.

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Sportwetten-Anbieter Tipico setzt Partnerprogramm aus. (Bild: youtube.com)

Damit ist es Partnerunternehmen vorerst nicht mehr möglich, für Tipico zu werben. In dem Hinweis auf der Tipico-Webseite heißt es:

Information für alle Werbepartner: Bis auf weiteres wird das Partnerprogramm von Tipico ausgesetzt und es sind keine neuen Registrierungen möglich.

Die Ankündigung von Tipico dürfte für die Werbepartner eine unangenehme Überraschung bedeuten, zumal die Branche darauf spekuliert, dass die deutsche Bundesliga nach Erteilung einer offiziellen Genehmigung die Aktivitäten in der Liga wieder aufnehmen und damit wieder Umsätze generieren kann.

Auf der Suche nach den Gründen

Der deutsche Buchmacher gab keine Gründe für seine Entscheidung an. Somit ist nicht klar, ob die Aussetzung des Partnerprogramms mit der Covid-19-Pandemie oder aber mit den Problemen bei der Konzessionsvergabe in Zusammenhang steht.

Am 1. April 2020 stoppte das Darmstädter Verwaltungsgericht das Lizenzierungsverfahren für Sportwetten. Grund war die Klage des österreichischen Wettanbieters Vierklee, der die Art und Weise des Verfahrens monierte. Nach Aussage des Buchmachers sei das Prozedere intransparent und verzerre den Wettbewerb. Demnach sei es verfassungswidrig. Das Gericht gab dem Antrag des Klägers statt.

Für die Lizenznehmer könnte dies bedeuten, dass sie sich derzeit in ungünstigem Fahrwasser bewegen, denn in seiner Entscheidung ließ der Richter die Frage offen, ob der Beschluss den Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag (GlüNeuRStV) in irgendeiner Form beeinflussen könnte, der ab dem 1. Juli 2021 in Kraft treten soll.

Der Regionalrat von Darmstadt (RP Darmstadt) werde laut Medienberichten die Bearbeitung der Sportwetten-Lizenzanträge trotz der Gerichtsentscheidung nun doch fortsetzen und soll inzwischen Berufung eingelegt haben. Im Februar gab der Rat bekannt, dass bis zu 50 Betreiber eine Sportwetten-Lizenz beantragt oder ihr Interesse bekundet hatten.

Die Unternehmen wurden jedoch gewarnt, dass die Behörde nicht für Kosten im Zusammenhang mit dem Antrag haften werde, da es nicht sicher sei, ob der Berufung stattgegeben werde. Möglicherweise könnte die Entscheidung des Sportwetten-Betreibers Tipico mit der derzeit unsicheren regulatorischen Situation zusammenhängen.