Bettelei und wüste Drohungen: 25-jährige Spielsüchtige bringt Paar um 45.000 GBP

Veröffentlicht am: 12. September 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. September 2021, 03:29 Uhr.

Eine 25-jährige, alleinerziehende Mutter aus Großbritannien muss für 21 Monate ins Gefängnis. Dies entschied in dieser Woche der Crown Court im englischen Stoke-on-Trend. Katie S. hatte ein junges Paar zunächst durch immer aggressivere Bettelei und dann durch Erpressung um umgerechnet rund 53.000 Euro gebracht. Das Geld floss in ihre Online-Glücksspielsucht.

 Junge Frau schaut auf Handy
Die junge Mutter hatte ihre Opfer unter anderem mit unzähligen Textnachrichten unter Druck gesetzt (Symbolbild, Quelle:unsplash.com/Mateus Campos Felipe)

Auf der Jagd nach dem verlorenen Geld

Binnen nur sechs Monaten, so berichten [Seite auf Englisch] es britische Medien, habe Katie S. das Paar, mit dem sie bis dato nur lose bekannt gewesen sei, emotional und finanziell ruiniert. Insgesamt 45.466 GBP habe die junge Frau durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, Erpressung und Gewaltandrohungen von ihren Opfern erbeutet.

Entgegen der vielfältigen Geschichten, die die junge Mutter ihren Opfern aufgetischt hatte, sei das Geld stets in nur eine Richtung weitergeflossen: In die Finanzierung ihrer Online-Spielsucht. So erklärte ihr Verteidiger vor Gericht:

Sowas wie ausgedehnte Urlaube gab es nicht. Sie war jemand, der süchtig nach Online-Glücksspielseiten war, und das Geld wurde sehr schnell auf den Seiten verprasst. Sie jagte dem Gewinn hinterher, um zu versuchen, das Geld zurückzuzahlen. Sie schämt sich für das, was passiert ist.

Begonnen habe der monatelange Raubzug der Angeklagten nach Angaben der Staatsanwaltschaft im November 2019. Damals habe die 25-Jährige ihrer Bekannten erklärt, nicht genug Geld für ein Weihnachtsgeschenk für ihre Tochter zu besitzen.

Gerührt von der Situation habe die Frau Katie S. 200 GBP überwiesen. Diese hatte beteuert, die geliehene Summe umgehend bei Eingang ihrer Sozialhilfe zurückzuzahlen. Stattdessen sei jedoch genau das Gegenteil geschehen. So habe sie begonnen, die Frau regelrecht mit Textnachrichten zu „bombardieren“, um mehr Geld zu erbetteln. Letztlich seien es im Tatzeitraum über 11.000 Nachrichten einschlägigen Inhalts gewesen. Mit der Zeit habe sich das weibliche Opfer so dazu bringen lassen, der jungen Mutter sein gesamtes Gehalt zu überweisen.

Drohungen ohne Ende

Im Februar sei die Frau zusammengebrochen und habe sich ihrem Partner anvertraut. Doch auch hier habe die Geschichte kein Ende gefunden.

So habe der Mann selbst begonnen, Geld zu überweisen. In einem weiteren Schritt, so hörte es das Gericht, habe er die 25-Jährige um Nacktbilder gebeten. Diesem Wunsch sei Katie S. nachgekommen, habe sich dann jedoch umgehend an die Freundin gewandt und gedroht, ihn wegen sexueller Belästigung anzuzeigen. Abzuwenden sei das Unheil nur durch weitere Zahlungen.

Katie S. habe immer neue Druckmittel gefunden, das Paar um weiteres Geld zu bringen. So habe sie unter anderem mit Suizid gedroht oder damit, den beiden Gewalt anzutun.

Letztlich aufgeflogen war die ungesunde Verbindung durch Familienangehörige der Opfer. Diese hatten die Polizei eingeschaltet, nachdem sie erfahren hatten, dass das Paar seine gesamten Ersparnisse weggeben hatte und nur noch über 100 GBP verfügte.

Neben dem finanziellen Schaden, so erklärte der Richter nun in seiner Urteilsbegründung, habe Katie S. auch weiteres schweres Leid über das Paar gebracht. Die körperlichen, emotionalen und psychologischen Auswirkungen der Taten seien kaum zu beschreiben. Unter anderem leide das weibliche Opfer heute unter einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Katie S. selbst zeigte sich vor Gericht reuig und nahm das Urteil von 21 Monaten Gefängnis an. Die Spielsucht, die sie zu ihren Taten getrieben habe, so die junge Frau, gehöre heute der Vergangenheit an.