Spielautomaten in Glücksspiel-Metropole Macau künftig mit Uhren ausgestattet

Veröffentlicht am: 14. September 2021, 01:25 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 14. September 2021, 01:25 Uhr.

Bis Ende 2024 müssen alle Bildschirme der Spielautomaten in Macau mit einer intermittierend blinkenden Uhr ausgestattet sein, die die Ortszeit anzeigt. Diese Vorgabe ist Teil der neuen technischen Standards für Spielautomaten Version 2.0 des Macau Gaming Inspection and Coordination Bureau (DICJ), die am 1. September in Kraft getreten ist. Dies teilten Branchenmedien am Montag mit.

Spielautomaten, Casino
Mehr Spielerschutz: Spielautomaten in Macauer Casinos bald mit Uhren ausgestattet. (Bild: piqsels.com)

Laut der Glücksspielbehörde DICJ [Seite auf Chinesisch] sollen die Spieler so darüber informiert werden, wie viel Zeit sie schon mit den Spielautomaten, bzw. mit den Electronic Gaming Machines (EGMs), wie sie in Macau bezeichnet werden, verbrächten.

Das DICJ sei der Ansicht, dass viele Spieler den Überblick über die Zeit verlören, die sie in ihr Spiel mit den EGMs investierten. Daher sei entschieden worden, dass es im besten Interesse der Spieler sei, alle EGMs mit einer Zeitanzeige zu versehen.

So heißt es in einer Stellungnahme der Behörde:

Der Zweck einer Uhr auf dem Spielautomaten ist die Förderung des verantwortungsvollen Spielens.

Bis 2024 Zeit für die Nachrüstung

In der Glücksspiel-Metropole Macau gab es Ende Juni 2021 9.871 EGMs. Hersteller seien dazu verpflichtet, in die neuen Geräte eine Zeitanzeige einzubauen. Für die Nachrüstung aller vorhandenen Geräte habe die Behörde eine Frist bis 2024 eingeräumt.

Wie funktioniert die Zeitanzeige am Spielautomaten?

Die Uhr soll in der unteren rechten Ecke des Automaten angebracht sein und die Uhrzeit im 12-Stunden-Format anzeigen. Sie blinkt einmal, wenn der Spieler das Gerät startet. Während einer Spielesitzung soll die Uhr dann alle zehn Minuten einmal aufblinken.

Der Einbau der Uhr ist nicht die einzige Änderung. Die technischen Standards 2.0 legen zudem fest, dass es auf dem Bildschirm keine Funktion geben dürfe, die das Spielgeschehen beeinflussen könnte.

Was damit genau gemeint sein könnte, erklärt die Behörde nicht. Möglicherweise handelt es sich dabei um zusätzliche Funktionen wie Auto-Play oder die Stopp-Taste, die das vorzeitige Beenden der Spielrunde bewirkt und die Walzen zum Stehen bringt.

Seit Casinos existieren, gibt es keine Uhren in den Räumlichkeiten. Damit wollen die Betreiber erreichen, dass sich die Spieler möglichst lange mit dem Spielen beschäftigen. Daher gibt es in Spielbanken auch keine Fenster.

Mit den Initiativen für verantwortungsvolles Glücksspiel könnte sich dies künftig ändern. Ob sich eine Zeitanzeige an den Spielautomaten positiv auf das Spielverhalten auswirken kann, wird sich zeigen, wenn ausreichend Daten vorliegen.