Spanische Online-Glücksspiel-Anbieter melden Abwanderung zu illegalen Betreibern

Veröffentlicht am: 22. Mai 2020, 01:27 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Mai 2020, 04:03 Uhr.

Anfang April hat die spanische Regierung ein Werbeverbot für Online-Glücksspiele während der Lockdown-Maßnahmen angesichts der Covid-19-Pandemie beschlossen. Nun meldet der Branchenverband der spanischen Online-Glücksspiel-Anbieter Jdigital eine zunehmende Abwanderung der Spieler in den illegalen Glücksspielsektor.

Würfel, Kreditkarte, Computer
Spanische Online-Glücksspiel-Anbieter melden Zunahme der Nutzung illegaler Online-Casinos. (Bild: Pixabay.de)

Wie der Präsident des Branchenverbands Jdigital, Mikel López de Torre, beschreibt, sei die Online-Suche nach legalen Anbietern in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. Nicht im selben Verhältnis dagegen sei die Suche nach Glücksspiel-Anbietern generell gesunken. Daraus ließe sich schließen, dass der Datenverkehr zu Glückspiel-Betreibern weitergeleitet werde, die ihre Angebote ohne Lizenz anböten.

Einnahmen legaler Online-Anbieter sinken um 65 Prozent

Die spanische Wirtschaftszeitung Expansión berichtete in dieser Woche:

„Trotz der Schließung der landbasierten Wettbüros ist es den Online-Anbietern nicht gelungen, deren Kundschaft aufzufangen – tatsächlich sind deren Einnahmen seit der Ausgangssperre um 65 % gesunken. Jedoch ist eine Abwanderung der Spieler zu illegalen Anbietern feststellbar.“

Dies sei eine direkte Folge des Werbeverbots, das die Regierung für die Zeit des Alarmzustandes angeordnet hat.

Das Werbeverbot gilt sowohl für TV und Radio als auch für Online-Medien und Social-Media-Kanäle und mit Ausnahme der Zeitspanne zwischen 1:00 und 5:00 Uhr morgens. Vorerst ist es solange wirksam, wie der Alarmzustand in Spanien anhält. Dieser wurde in dieser Woche nunmehr zum fünften Mal bis zum 7. Juni verlängert.

López de Torre führt aus, dass es sich bei den nicht lizenzierten Online-Anbietern um Glücksspielunternehmen aus Curaçao, Belize, aber auch aus Russland oder Asien handele. Diese verfügten dort zwar über eine Lizenz, seien aber nicht in Spanien lizenziert. Dementsprechend unterlägen sie auch nicht denselben Kontrollmechanismen wie die spanischen Online-Glücksspiel-Anbieter. Den Spielern selbst sei meistens nicht klar, dass es sich um illegale Betreiber handele.

Wie aus dem Bericht der Expansión hervorgeht, habe die spanische Glücksspielbehörde in den vergangenen Wochen diverse Beschwerden über Werbung für illegale Online-Casinos erhalten. Die gegen derartige Anbieter verhängten Geldstrafen hätten im vergangenen Jahr einen Betrag von 32 Mio. Euro überstiegen.

Dies halte die Anbieter jedoch nicht davon ab, unter einem anderen Namen wieder aufzutauchen, während sich die Regierung dafür „feiere“, dass das legale Online-Glücksspiel seit der Einführung des Werbeverbots massiv zurückgegangen sei, so die Kritik der Industrievertreter.