Illegales Glücksspiel in Singapur: Polizei geht gegen 89 Verdächtige vor

Veröffentlicht am: 23. February 2022, 02:04 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. February 2022, 02:04 Uhr.

Die Polizei von Singapur vermeldet einen Erfolg gegen das illegale Glücksspiel im Land. Bei einer landesweiten Aktion sei es gelungen, einen mutmaßlichen kriminellen Pferdewetten-Ring auffliegen zu lassen. Insgesamt werde nun gegen 89 Männer im Alter von 34 bis 87 Jahren ermittelt. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohten den Verdächtigen hohe Strafen.

Singapur Panorama
Glücksspiel ist in Singapur nur eingeschränkt erlaubt. (Quelle: unsplash.com/Mike Enterio)

Glücksspiel-Razzia: Polizei beschlagnahmt Kugelschreiber

Wie die Singapore Police Force gestern per Pressemeldung [Seite auf Englisch] mitteilte, sei es im Zuge der aktuellen Ermittlungen zu zahlreichen Razzien gekommen. Zwischen dem 14. und dem 20. Februar hätten Kräfte des Criminal Investigation Department (CID) und der sieben lokalen Polizeibehörden „inselweit“ diverse Objekte durchsucht.

Dabei hätten die Beamten laut Statement neben Bargeld in Höhe von umgerechnet rund 20.000 EUR auch diverse Hinweise auf das illegale Glücksspiel beschlagnahmt:

Bei der Aktion wurden (…)  eine Reihe von Mobiltelefonen, Kugelschreibern und Unterlagen wie Wettscheine beschlagnahmt.

Insgesamt 89 Männer stünden aktuell im Verdacht, in illegale Pferdewetten verwickelt gewesen zu sein zu sein. Ihre Funktionen hätten sich vom Buchmacher über Vermittler bis hin zum Endkunden erstreckt. Gegen zehn der Verdächtigen werde zusätzlich wegen Verstoßes gegen den Remote Gambling Act von 2014 ermittelt.

Polizei appelliert an Bevölkerung von Singapur

Aktuellen Schätzungen zufolge belegt Singapur mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von umgerechnet gut 4.000 EUR im internationalen Vergleich Platz 10. Die nun von der Polizei bekanntgegebenen eingezogenen Vermögenswerte nehmen sich somit, gerade im Hinblick auf die hohe Anzahl der Verdächtigen, verhältnismäßig niedrig aus.

Der Blick in die von vielen lokalen Medien aufgenommene Pressemitteilung der Singapurer Polizei lässt jedoch die Vermutung zu, dass es den Verantwortlichen nicht nur um Information, sondern auch um Symbolwirkung gehen könnte.

So betonen die Strafverfolger eindringlich, rigoros gegen das illegale Glücksspiel im Land vorzugehen und warnen:

Die Polizei nimmt alle Formen des illegalen Glücksspiels sehr ernst und wird auch weiterhin hart durchgreifen und die Beteiligten mit der vollen Härte des Gesetzes belangen. Der Öffentlichkeit wird geraten, sich von allen Formen des illegalen Glücksspiels fernzuhalten.

Zur Verdeutlichung liefert die Pressemeldung eine detaillierte Auflistung der drohenden Strafen für Singapurer, die dem illegalen Glücksspiel nachgehen. Erlaubt sind in dem Inselstaat lediglich staatliche Lotterieangebote sowie der für Einheimische sehr teure Besuch lizenzierter Casinos.

So müssen Wettteilnehmer im Falle einer Verurteilung mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Singapur-Dollar (3.278 EUR) und/oder einer Freiheitsstrafe rechnen. Illegale Buchmacher werden mit Geldstrafen zwischen 20.000 und 200.000 Singapur-Dollar (bis zu rund 131.000 EUR) und mit einer Haft von bis zu fünf Jahren bestraft. Selbes gilt für Anbieter des in Singapur verbotenen Online-Glücksspiels.