Illegales Glücksspiel und Betrug: Falscher Geldeintreiber führt Kredithai in die Irre

Veröffentlicht am: 7. Januar 2021, 02:15 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 7. Januar 2021, 02:15 Uhr.

Ein Gericht in Singapur hat einen 34-Jährigen unter anderem wegen illegalen Glücksspiels zu 11 Tagen Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Der Mann hatte gestanden, eine verbotene Glücksspiel-App genutzt und einen Kredithai als falscher Schuldeneintreiber um Geld betrogen zu haben.

Mit Kette verschlossenes Tor
Der Angeklagte war seinen Aufgaben als Geldeintreiber eher schlecht als recht nachgekommen (Quelle:unsplash.com/Jose Fontano)

Illegales Online-Glücksspiel

Vor Gericht hatte sich Muhammad Khairul Ismail schuldig bekannt [Seite auf Englisch], entgegen der in Singapur geltenden Gesetze am Online-Glücksspiel teilgenommen zu haben. Insgesamt habe er dabei Einsätze in Höhe von umgerechnet rund 850 Euro platziert.

Während das Online-Glücksspiel in Singapur unter Strafe steht, ist Einheimischen das Spiel in den großen Glücksspieltempeln prinzipiell erlaubt. Allerdings müssen sie im Gegensatz zu Touristen, für die der Eintritt kostenlos ist, für den Casinobesuch hohe Preise zahlen. Die Regierung versucht so, das Glücksspiel in der Bevölkerung abseits der staatlichen Lotterien und einiger ausgewählter Angebote gering zu halten.

Zudem hatte die Anklage Khairul vorgeworfen, sich 2019 in der Hoffnung auf einen Job an einen Mann gewandt zu haben, der ihm lediglich unter dem Namen „Lucas“ bekannt gewesen sei. Es habe kein Zweifel daran bestanden, dass es sich bei Lucas um einen Kredithai gehandelt habe.

Bereits nach kurzer Zeit habe dieser ihm angeboten, als Geldeintreiber zu arbeiten. Für umgerechnet 75 bis 90 Euro habe Khairuls Aufgabe darin bestanden, Lucas` Schuldnern „Botschaften“ zukommen zu lassen.

Konkret habe er deren Eingangstore mit Ketten und Schlössern verschließen und eine Nachricht hinterlassen sollen. Als Beweis sollten Videos der Aktionen dienen, die er seinem Auftraggeber über den Messenger-Dienst WhatsApp habe senden müssen. Die Bezahlung sei anschließend umgehend per Online-Überweisung erfolgt.

Schuldner wenden sich an Polizei

Zum Betrug sei es gekommen, weil Khairul die Aufgabe zwar wie gefordert ausgeführt, die Vorrichtung nach Erhalt der Bezahlung jedoch wieder entfernt habe. Dreimal, so die Auffassung der Anklage, habe er seinen Auftraggeber so in die Irre geführt.

Aufgeflogen war das Treiben des vermeintlichen Geldeintreibers, weil Lucas` den Opfern die Videos weitergeleitet hatte, um seine Geldforderungen zu unterstreichen. Die Betroffenen hatten sich daraufhin an die Behörden gewandt, die wiederum auf Khairul aufmerksam wurden.

Dass es sich bei dem Geschädigten seinerseits nicht um ein „typisches unschuldiges Mitglied der Gesellschaft“ handelte, hatte nichts an der Forderung der Staatsanwaltschaft nach Strafe geändert. Sie hatte in ihrem Plädoyer erklärt:

Dies entbindet den Angeklagten nicht von Fehlverhalten und sollte nicht von der Tatsache ablenken, dass der Angeklagte durch seine Täuschung einen unrechtmäßigen Gewinn erlangt hat.

Die Nutzung der Glücksspiel-App hatte Khairul ebenso zugegeben wie den Betrug in einem Fall. Gegen die Verurteilung wegen zweier weiterer Betrugsvorwürfe legte er Berufung ein und befindet sich derzeit auf Kaution in Freiheit. Über die Identität des Kredithais Lucas und dessen Verbleib ist öffentlich nichts bekannt.