Mord nach Rubbellos-Gewinn: US-Teenager freigesprochen

Veröffentlicht am: 20. Oktober 2020, 12:07 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. Oktober 2020, 12:07 Uhr.

Der Prozess um einen mutmaßlichen Mord aus Habgier im US-Bundesstaat Ohio endete gestern mit einem Freispruch. Die Staatsanwaltschaft in Cleveland hatte dem 19-jährigen Michael Ward vorgeworfen, seinen Cousin im Sommer 2018 erschossen zu haben. Die Jury war der Argumentation der Anklage nicht gefolgt, nach der Ward es auf den 50.000 US-Dollar Rubellos-Gewinn von Isaac Carson abgesehen hätte.

Buendel mit Dollarscheinen
Wurde sein Rubbellos-Gewinn dem Opfer zum Verhängnis? (Quelle:unsplash.com/Celyn Kang)

Vom Glückspilz zum Mordopfer

Für Isaac Carson (†35) folgte auf das Glück der Tod. Nur eine Woche nachdem ein 5-USD-Rubbellos ihm einen Gewinn von 50.000 USD beschert hatte, wurde der zweifache Vater erschossen.

Überwachungskameras hatten aufgenommen, wie zwei Männer am 5. Juni 2018 auf einem Parkplatz zu Carson in den Wagen gestiegen waren. In dessen Inneren sei es dann zur Auseinandersetzung gekommen. Während die beiden Verdächtigen unerkannt flüchteten, hatte sich der tödlich getroffene Carson noch aus dem Auto schleppen können. Er erlag kurz darauf im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Im Zuge der Ermittlungen geriet der Teenager Michael Ward ins Visier der Fahnder. Seine DNA war in Carsons Wagen sichergestellt worden. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten sich überzeugt gezeigt, dass Ward es auf den Gewinn seines Cousins abgesehen hatte.

„Die Wurzel alles Bösen“

Die Familie von Isaac Carson Familie bereits kurz nach der Tat Medien gegenüber [Seite auf Englisch] berichtet, dass der plötzliche Geldsegen zu Verstimmungen im Umfeld des Getöteten geführt hatte:

Er hat erzählt, dass alle wegen des Loses wütend auf ihn waren. Alle wollten Geld von ihm. Man sagt ja, dass Geld die Wurzel alles Bösen ist und Neid entfacht. Vielleicht war es eine schlechte Angewohnheit, dass er jeden mochte und mit jedem sprach.

Nur einen Tag vor seiner Ermordung, so Carsons Vater, habe er seinen Sohn noch davor gewarnt, über den Gewinn zu sprechen. Dieser sei ein guter Mensch gewesen und habe seine Freude über den Gewinn mit anderen teilen wollen. Unter anderem habe Isaac seiner Mutter und seinem besten Freund etwas von den 50.000 USD abgegeben.

Der nun freigesprochene Michael Ward hatte stets bestritten, in den Tod seines Cousins verwickelt gewesen zu sein. Seine Spuren am Tatort hatte er damit erklärt, gelegentlich Marihuana bei Carson gekauft zu haben.

Die Verteidigung zeigte sich nach der Urteilsverkündung am Montagabend erleichtert. Er hoffe nun auf die weitere Arbeit der Ermittler, um herausfinden, wer tatsächlich für den Mord verantwortlich sei, so Anwalt Jeffrey Saffold gegenüber Medienvertretern.