Medienbericht: Real Madrid dementiert Pläne für Stadion-Casino

Veröffentlicht am: 1. April 2021, 09:53 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. April 2021, 09:53 Uhr.

Entgegen diverser Medienberichte der vergangenen Tage soll im Stadion Santiago Bernabéu in Madrid offenbar kein Casino entstehen. Dies meldet das Forbes Magazin unter Berufung auf ein Dementi von Hausklub Real Madrid. Zuvor kursierten Gerüchte, nach denen im Zuge des insgesamt rund 800 Mio. teuren Umbaus des Fußballtempels auch eine exklusive Glücksspielstätte errichtet werden sollte.

Estadio Santiago Bernabèu Madrid
Das Estadio Santiago Bernabèu wird wohl auch nach seinem Umbau ohne hauseigenes Casino auskommen (Quelle:piqsels.com)

„Casino kategorisch ausgeschlossen“

Vor rund einer Woche machte erste Meldungen die Runde, nach denen Real Madrid seine Kassen mit Erträgen eines eigenen Casinos aufbessern wolle. Rund 120 Mio. Euro, so berichtete unter anderem das Portal insidersport.com, wolle der Verein so jährlich generieren.

Nun soll Real Madrid den Glücksspiel-Gerüchten widersprochen haben. Ihm gegenüber [Seite auf Englisch], so Forbes-Journalist Zak Garner-Purkis, habe der Top-Verein einen Casino-Bau im Stadion „kategorisch ausgeschlossen“.

Der Aus- und Umbau des Estadio Santiago Bernabéu begann in der vergangenen Saison und soll bis Oktober 2022 fertiggestellt sein. Das neue Konzept umfasst unter anderem ein mit neuester Technologie ausgestattetes E-Sport-Centrum sowie Shopping- und Gastronomie-Angebote.

Aktuell befindet sich Spanien in der Diskussion über deutlich strengere Regulationen für Glücksspiel, die auch Werbe- und Sponsoringverbote einschließen.

Die Vorstellung, dass Real ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem das Glücksspiel in Form der Werbepartner aus den spanischen Stadien verschwinden könnte, die Errichtung eines eigenen Casinos plane, hatte für Verwunderung gesorgt.

Geplantes Werbeverbot bewegt die Gemüter

Noch ist der Werbebann im spanischen Sport nicht endgültig beschlossen. So verabschiedete das Parlament zwar im vergangenen November neue Richtlinien, die unter anderem Partnerschaften zwischen Fußballvereinen und Glücksspielunternehmen untersagen sollen, eine letztinstanzliche Entscheidung steht jedoch noch aus.

Sportvertreter wie La Liga-Präsident Javier Tebas hoffen nach wie vor darauf, dass die Verschärfung der Richtlinien noch abzuwenden zu sei. So erklärte der Fußballfunktionär gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters in der vergangenen Woche, dass er ein Werbeverbot für schlichtweg falsch halte:

Offensichtlich wird es viel Schaden anrichten, und obwohl wir uns an die Regierung gewandt haben, werden die Klubs zu einem sehr schwierigen Zeitpunkt finanziell herumkrebsen müssen. Wir haben die Regierung gebeten, eine andere Regelung in Betracht zu ziehen, weil sie die Möglichkeit der Clubs, Einnahmen zu generieren, einschränkt und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Rest Europas verringert.

Dieser Argumentation Tebas‘ folgt Forbes-Journalist Garner-Purkis nicht. Er verweist vielmehr darauf, dass entsprechende Sponsoring-Verbote in Frankreich und Italien bereits in Kraft seien. Im Vereinigten Königreich sei davon auszugehen, dass ein Werbeverbot für Glücksspiel-Anbieter ebenso kurz bevorstehe wie in Spanien.

Letztlich bedeute dies, dass nur eine der fünf großen europäischen Ligen weiterhin mit der Branche paktiere. Hierbei handele es sich um den deutschen Fußball.