Präsident­schaftswahl 2022 in Frankreich: Buchmacher sehen Emmanuel Macron als Favoriten

Veröffentlicht am: 9. March 2022, 11:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. March 2022, 11:25 Uhr.

In Frankreich beginnt am 10. April 2022 die Präsidentschaftswahl. Der Verfassungsrat in Paris hat am Montag die offizielle Kandidatenliste veröffentlicht [Seite auf Englisch]. Laut dem britischen Buchmacher Smarkets sei ein erneuter Sieg des amtierenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron wahrscheinlich.

Emmanuel Macron
Buchmacher schätzen die Chance, dass Macron die Präsidentschaftswahl gewinnt, als sehr hoch ein. (Bild: flickr.com, European Parliament)

Auf dem Stimmzettel werden zwölf Kandidaten aufgelistet sein. Acht Männer und vier Frauen treten zum Kampf um den Élysée-Palast an. Als schärfste Konkurrentin Macrons und seiner sozialliberalen Partei En Marche gilt Marine Le Pen von der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National.

Wenig Chancen für die Herausforderer

Die weiteren Herausforderer sind Valerie Pecresse von der Mitte-Rechts-Partei Les Républicains, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo von der Sozialistischen Partei, Jean-Luc Melenchon von der linksextremen La France Insoumise, Fabien Roussel von der Kommunistischen Partei Frankreich, Yannick Jadot von den Grünen und der Rechtspopulist Eric Zemmour. Allerdings räumen Experten den Kandidaten kaum Chancen auf einen Sieg ein.

Größte Siegchancen liegen bei Macron

Laut Smarkets lägen die Chancen einer Wiederwahl Macrons bei 92 % mit einer Quote von 1,08. Die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs Le Pens schätze der Buchmacher auf 4 % mit einer Quote von 28,0. An dritter Position folgt der Rechtspopulist Zemmour mit einer Wahrscheinlichkeit von 3,33 % und einer Quote von 30,0.

Der Smarkets-Leiter für politische Wetten Matthew Shaddick kommentierte:

Es mögen zwölf Kandidaten auf dem Stimmzettel stehen, aber die französische Präsidentschaftswahl sieht immer mehr wie ein Ein-Pferd-Rennen aus, bei dem Emmanuel Macron auf den Wettmärkten weit vorne liegt. Alles andere als eine leichte Wiederwahl für den Präsidenten würde im Moment als Schockergebnis gelten.

Wahlen in turbulenten Zeiten

Beobachter gehen davon aus, dass sich Le Pen und Macron, wie auch im Jahre 2017, bei einer Stichwahl gegenüberstehen. Obwohl laut Smarkets die Erfolgsaussichten für Le Pen gering seien, bestehe eine Chance von rund 70 %, dass sie die zweite Wahlrunde erreichen werde.

Le Pen geschwächt durch die Ukraine-Krise?

Die Kampagne Le Pens basiert auf antieuropäischer Rhetorik, die auch andere Demagogen wie Victor Orban aus Ungarn und Matteo Salvini aus Italien anwenden. Der Krieg in der Ukraine dürfte die proeuropäische Stimmung jedoch gestärkt haben.

Einen weiteren Tiefschlag musste Le Pen einstecken, als ihre Nichte und frühere Mitstreiterin Marion Maréchal am Sonntag erklärte, sich Eric Zemmour anzuschließen.

Spätestens beim zweiten Wahlgang am 24. April 2022 wird das französische Volk entscheiden, welcher Präsident künftig das Land führen soll. Dann wird sich zeigen, ob die Buchmacher und politischen Beobachter mit ihren Prognosen richtig lagen.