Internationaler Pferderenn­verband warnt vor Wetten mit Kryptowährungen

Veröffentlicht am: 6. Juni 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. Juni 2021, 10:11 Uhr.

Der internationale Pferderennverband Asian Racing Federation hat in einem kürzlich erschienenen Branchenbericht auf die Risiken von illegalen Wetten mit Kryptowährungen hingewiesen. Laut dem Verband, dem unter anderem Rennorganisationen aus Australien, Japan, Südkorea und Neuseeland angehören, stelle die Technologie eine Gefahr für das legale Wettgeschäft dar.

Kryptowährungen
Kryptowährungen werden auch zum Bezahlen bei Online-Buchmachern genutzt. (Quelle: Pexels)

Immer mehr Betreiber würden Wetten mit den Kryptowährungen anbieten. Allein die Zahlung mit Bitcoin sei heute auf 127 Sportwetten-Plattformen und in 284 Online-Casinos möglich. Dies stelle eine Versieben- bzw. Verdreizehnfachung im Vergleich zum Jahre 2018 dar.

Viele der Zahlungsmittel seien aufgrund ihrer Eigenschaften (Anonymität im Zahlungsverkehr, keine Bankenkontrolle) dazu geeignet, die Anti-Geldwäsche-Maßnahmen von Regulatoren zu umgehen und die Herkunft von Spielern und Geldquellen zu verschleiern.

Vor allem Spieler aus Ländern mit restriktiver Glücksspielgesetzgebung machten deshalb davon Gebrauch:

 All diese Funktionen sind für Wettende und Betreiber in Gerichtsbarkeiten attraktiv, in denen Online-Wetten illegal und/oder eingeschränkt sind. Die Regulierungsbehörden in vielen Ländern waren auch zu langsam, um mit dem Wachstum der Blockchain-Technologie Schritt zu halten und haben dadurch Schlupflöcher für die organisierte Kriminalität geschaffen. Internationale Strafverfolgungs- und Anti-Geldwäsche-Behörden haben betont, dass Blockchain und Kryptowährungen illegale Aktivitäten erleichtern, einschließlich illegaler Wetten und Geldwäsche.

Kryptowährungen im Online-Glücksspiel weit verbreitet

Dem Bericht der Asian Racing Federation zufolge würden Kryptowährungen bislang von rund 780 internationalen Online-Glücksspielbetreibern akzeptiert. Vor vielen der Anbieter warnt der Verband. Krypto-Glücksspielanbieter seien typischerweise in Staaten ohne glaubwürdige Regulierung ansässig und hielten sich nicht an regulatorische Vorgaben.

Ein Großteil der Seiten (645) akzeptiere auch Spieler aus asiatischen Staaten wie Hong Kong (83%), Australien (78%), Japan (92%) und Singapur (82%). Zu den meistgenutzten Kryptos gehörten Bitcoin, Ethereum, Tether, Ripple und BitcoinCash.

Verwendet würden die Kryptowährungen aber nicht nur von Online-Glücksspielseiten. Auch illegale Sportwetten-Syndikate und Casino-Junkets aus Macau würden Kryptowährungen nutzen, um illegale Gelder ins Ausland zu transferieren oder die Quellen ihrer Einkünfte zu tarnen. Zudem würden mit den Währungen Gewinne von Spielern und mitunter sogar Gehälter von Angestellten ausgezahlt.

Die Verwendung der Kryptowährungen zeige, wie schnell illegale Glücksspielanbieter dabei seien, Schlupflöcher zu finden und neue Technologien und rechtliche Grauzonen zu nutzen, erklärte die Asian Racing Federation.