Für bessere Arbeitsbe­dingungen und mehr Gehalt: Dealer des Casino de Montreal im Streik

Veröffentlicht am: 23. May 2022, 01:24 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. May 2022, 01:25 Uhr.

Die Dealer des Casino de Montreal sind am Samstagmorgen in einen unbefristeten Generalstreik getreten. Bis Sonntagnachmittag demonstrierten die Casinomitarbeiter auf den Straßen Montreals. Anschließend stellten sie vor dem Casino einen Streikposten auf. Zu ihren Forderungen sollen neben besseren Arbeitsbedingungen auch höhere Bezahlungen gehören. Dies berichtete CTV News Montreal [Seite auf Englisch] am Sonntag.

Casino de Montreal, Gebäude
Dealer des Casino de Montreal fordern mehr Geld. (Bild: flickr.com, Wally Gobetz)

Dem Bericht zufolge beabsichtige der Betreiber des Casinos, Loto-Québec, eine 10-prozentige Lohnsenkung für Berufseinsteiger einzuführen. Die Vergütung solle von derzeit 18,40 USD pro Stunde auf 17,44 USD gesenkt werden. Dies sei das Niveau von 2017.

Außerdem seien die 521 gewerkschaftlich organisierten Casino-Mitarbeiter bereits seit dem 1. April 2020 ohne Tarifvertrag, kritisierte Jean-Pierre Proulx von der Gewerkschaft Canadian Union of Public Employees.

Gehaltskürzungen seien im derzeitigen Kontext des Arbeitskräftemangels unverantwortlich. Die Gewerkschaft werde das niemals akzeptieren, erklärte der Gewerkschaftsvertreter.

Aufgrund verkürzter Schichten müssten Croupiers oft sechs Tage die Woche arbeiten, um mehr als 30 Stunden auf ihren Gehaltsschecks anzusammeln, sagte Proulx.

Proulx erläuterte, dass die Dealer zudem bessere Arbeits- und Ruhezeiten forderten, um Verletzungen wie Sehnenscheidenentzündungen zu vermeiden:

Jeder zweite unserer Mitarbeiter erleidet körperliche Schäden aufgrund der Art der Arbeit, zu der das Austeilen von fast 10.000 Karten pro Tag an fünf bis sechs Tagen pro Woche gehört. Nach 15 Jahren in diesem Beruf summiert sich das langsam.

Casino de Montreal nimmt Stellung

Dealer, Spieltisch, Karten
Die Dealer-Tätigkeit kann zu Verletzungen führen. (Bild: flickr.com, Halans)

Trotz des Streiks werde der Betrieb des Casinos fortgeführt, sagte das Management von Loto-Québec am Samstag.

Die Spieltische, das Restaurant, Spielautomaten und Shows liefen normal, doch der Pokerraum sei vorübergehend geschlossen.

Was den Streik angehe, so sei Loto-Québec enttäuscht. In einer Erklärung erläuterte der Casino-Betreiber, dass den Mitarbeitern sichere und optimale Arbeitsbedingungen geboten würden.

Zu den geforderten Pausenzeiten erklärte das Management:

Die Croupiers im Montreal Casino verlangen jedoch 30 Minuten bezahlte Pause für jede geleistete Stunde. Sie würden daher mehr als 30 Prozent ihrer Schicht für bezahlte Pausen aufwenden, was in der Branche ungewöhnlich ist.

Was die Bezahlung betreffe, liege das Einstiegsgehalt im Casino de Montreal bereits mehr als 20 % über dem Marktpreis. Loto-Québec strebe nun eine „verantwortungsvolle Verhandlungslösung“ an.