MGM Resorts führt Impf­pflicht für Casino-Mitarbeiter ein

Veröffentlicht am: 17. August 2021, 09:35 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. August 2021, 11:03 Uhr.

Auch in den USA nehmen Corona-Infektionen aufgrund der grassierenden Delta-Variante rasant zu. Um Mitarbeiter und Besucher besser zu schützen, führt der Glücksspielkonzern MGM Resorts nun eine Impfpflicht für die Beschäftigten seiner Casinos ein.

MGM Grand Las Vegas
Auch im MGM Grand herrscht bald Impflicht. (Bild: Flickr/santumsolitude, CC BY-NC 2.0)

Der Konzern gab in einer am Montag an alle Mitarbeiter versandten Information bekannt, dass eine Corona-Impfung künftig Voraussetzung für die Beschäftigung in den MGM-Casinos sei. In dem Schreiben wandte sich MGM-CEO Bill Hornbuckle direkt an die Mitarbeiter:

Ich weiß, dass dies für einige von Ihnen eine unwillkommene Entwicklung sein könnte. Das ist eine Überlegung, die wir bei dieser Entscheidung nicht auf die leichte Schulter genommen haben. Als einer der größten und vertrauenswürdigsten Betreiber und Arbeitgeber in unserer Branche ist MGM Resorts jedoch entschlossen, unseren Teil dazu beizutragen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und alarmierenden Trends bei Fällen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen entgegenzuwirken.

Um die Impfungen voranzutreiben, biete MGM seinen Mitarbeitern und deren Angehörigen die Möglichkeit, sich die Spritzen vor Ort in den Casinos gegen zu lassen. Stichtag für eine vollendete Impfung sei der 15. Oktober 2021.

Die Impflicht gelte für alle bestehenden und neu geschlossenen festen Arbeitsverhältnisse. Eine Ausnahme bildeten Angestellte von MGM-Resorts, die im Homeoffice arbeiteten.

Ausdehnung auf alle MGM-Mitarbeiter?

Betroffen von der neuen Regelung seien Beschäftigte in den in Nevada, Michigan, Ohio, Mississippi, Massachusetts, Maryland, New York und New Jersey beheimateten Casinos.

Das Ziel von MGM sei, so viele Mitarbeiter wie möglich zu impfen, so MGM-Pressesprecher Brian Ahern. Deshalb überlege das Unternehmen, auch auf Stundenbasis Angestellte in die Regelung miteinzubeziehen. Diese könnten sich derzeit jeweils mit einem negativen Test für die Arbeit qualifizieren, wenn sie nicht geimpft seien.

Im DACH-Raum ist eine vergleichbare Impfpflicht höchst umstritten. Im österreichischen Velden zeigte sich nun jedoch, welche Auswirkungen eine Infektion mit dem Coronavirus haben kann. Nachdem eine Mitarbeiterin der Bar des Casinos der Stadt positiv getestet worden war, wurden über 1.200 Gäste, die sich in der fraglichen Zeit im Casino aufhielten, aufgefordert, sich zu testen bzw. ihren Gesundheitszustand zu überwachen.

Mit 57.000 Angestellten in den USA, darunter 42.000 in Nevada, zählt MGM zu den größten Arbeitgebern, die auf eine Impflicht setzen. Beobachter gehen davon aus, dass dies die Impfquote in Nevada signifikant steigern werde. Diese liege derzeit bei 48 % vollständig Geimpften und damit unter dem US-Durchschnitt (51,2 %).

Zugleich sehen Arbeitsrechtsexperten schlechte Chancen für Beschäftigte, die sich gegen eine Impfung entscheiden. So betonte das US-Justizministerium im vergangenen Monat, dass eine Impflicht für Angestellte rechtmäßig sein könne. Im Falle einer Entlassung könnten die Betroffenen dann nicht mit der Zahlung von Arbeitslosengeld rechnen.