Melbourne Crown Casino verbietet „Cheats” für das Autoplay an Spielautomaten

Veröffentlicht am: 28. März 2019, 02:35 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 28. März 2019, 02:35 Uhr.

Die Victorian Commission for Gambling and Liquor Regulation (VCGLR) hat dem Crown Casino Melbourne, Australien, verboten, seinen Casinogästen spezielle Plastik-Plektren auszuhändigen. Diese seien bis dato dazu verwendet worden, die geltenden Regeln für Spielautomaten zu umgehen.

Crown Casino Melbourne bei Nacht
“Cheats” an Spielautomaten ab sofort im Crowns Casino Melbourne verboten. (Bild: wikimedia.org)

Bereits im vergangenen Jahr postete ein Unbekannter ein Video auf YouTube, das ein Plektron mit dem Logo des Crown Casinos zeigte, welches so am Spin Button angebracht war, dass sich die Walzen des Spielautomaten kontinuierlich drehten. Dies bewirkte, dass der Spieler den Spin Button nicht mehr betätigen musste.

Allerdings sehen die Regeln der australischen Glücksspielbehörde vor, dass bei jedem Einsatz der Spin Button betätigt werden müsse. Die Zeitspanne zwischen den Einsätzen beträgt etwa drei Sekunden. Auf diese Weise sollen finanzielle Schäden minimiert werden.

Autoplay an Spielautomaten erhöht finanzielles Risiko der Spieler

Die Regulierungsbehörde geht davon aus, dass die Verwendung dieser Plastik-Picks, die den Gitarren Plektren ähnlich sind, zusätzliche Schäden beim Glücksspiel verursachen könnten. Dies habe auch eine Untersuchung ergeben, die die VCGLR eigens aus diesem Anlass in Auftrag gegeben habe.

Autoplay Funktion bei Spielautomaten

Die Autoplay-Funktion ist ein beliebtes Feature bei Slots, insbesondere in Online Casinos. Wird diese Funktion bei Spielautomaten aktiviert, werden die Einsätze automatisch platziert und die Walzen drehen sich von selbst, bis der Spieler die Funktion wieder deaktiviert. Es besteht keine Notwendigkeit, vor jeder Spielrunde den Spin Button zu betätigen.

Bei einigen modernen Slotmaschinen können individuelle Einstellungen vorgenommen werden. So kann etwa ein bestimmter Betrag festgelegt werden. Wird dieser Betrag erreicht, ist das Spiel beendet. Auch kann bei einigen Slots die Anzahl der Spins konfiguriert werden.

Dabei habe sich herausgestellt, dass die Verwendung der Plektren tatsächlich die Gefahr erhöhe, finanzielle Schäden zu erleiden. Die Plektren ermöglichten nicht nur das kontinuierliche Spiel an einem Spielautomaten, sondern habe den Spielern auch die Möglichkeit geboten, an mehreren Geräten simultan zu spielen.

Spielautomat
Das Plektrum wurde am Button befestigt. (Bild: youtube.com, casino.org.de)

Zwar ordnete die VCGLR [Seite auf Englisch] an, dass das Crown Casino die Plektren nicht mehr an die Spieler vergeben dürfe, es wurden aber keine Geldbußen wegen dieses Verstoßes erhoben.

Enttäuschung über die Entscheidung bei Glücksspielgegnern

Andrew Wilkie, australischer Politiker und erklärter Gegner der Spielautomaten, zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung der Behörde und bezeichnete sie als „dürftig“.

Vor allem drückte er sein Missfallen darüber aus, dass die Kommission mehrere Monate für die Durchführung der Untersuchung benötigt habe, nur um dann zu einem Ergebnis zu kommen, das bereits festgestanden habe.

Auch dass es weder Geld- noch Gefängnisstrafen für jene Personen gegeben habe, die den Kunden unrechtmäßig die Plektren zur Verfügung gestellt hätten, stieß auf die Missbilligung des Politikers und Aktivisten. Stattdessen habe man mit Crown nur das höfliche Gespräch gesucht.

2017 wurde dem Crown Casino vorgeworfen, ohne Genehmigung einige Buttons von den Automaten entfernt zu haben, ohne die Spieler darüber zu informieren. Damit habe der Betreiber die Spieler verleiten wollen, höhere Einsätze zu tätigen.

Im Jahre 2018 musste das Crown Casino Melbourne deshalb eine Geldstrafe in Höhe von 300.000 Australischen Dollar (189.042,56 Euro) an die Regulierungsbehörde zahlen.

Er sagte weiterhin, er könne es nicht glauben, dass die VCGLR von der Existenz und der Art und Weise der Verwendung der Plektren keine Kenntnis gehabt habe.

Manipulation an Spielautomaten

Seitdem es Spielautomaten gibt, wird immer wieder versucht, die Geräte zu manipulieren. Viele der bekannten Methoden funktionieren heutzutage allerdings nicht mehr.

So war es in den 70er Jahren noch möglich, die Ergebnisse der Spielrunden durch das Erzeugen eines elektromagnetischen Feldes zu beeinflussen.

Curved Slots
Moderne Slots funktionieren mit Touch Screens. (Bild: twitter.com)

Ein weiterer beliebter Trick war eine Münze, an der zuvor ein Faden befestigt wurde.

Die Münze konnte so einfach aus dem Automaten herausgezogen werden, um beim nächsten Spin wieder eingesetzt zu werden.

Heute sind die Geräte weitaus sicherer. Anstatt mit Münzen können die Geräte in vielen Casinos nur noch mit einer Spielerkarte bespielt werden.

Diese wird vor dem Spiel wie eine Prepaidkarte mit Guthaben aufgeladen. Auch die Zufallsgeneratoren werden regelmäßig überprüft.

Dennoch gibt es noch einige Schwachstellen, wie das Beispiel im Crown Casino zeigt. Doch auch dafür gibt es bereits erste Lösungen, denn anstatt eines Buttons wird an modernen Geräten ein Touchscreen verwendet, der sich nicht mit Tasten manipulieren lässt.