Der an der australischen Börse notierte Casinobetreiber Crown Resorts Ltd. wurde wegen Manipulation von Spielautomaten verurteilt. Das Unternehmen muss nun eine Geldbuße in Höhe von AUD 300.000 (US $ 226.608) bezahlen.

Crown Resorts Casino

Das Crown Resorts Casino in Melbourne wurde von der Glücksspielkommission zu einer hohen Geldbuße verurteilt. (Bildquelle: theaustralian.com)

Die Victorian Commission for Gambling and Liquor Regulation (VCGLR) hat den Casinobetreiber für schuldig befunden, gegen das Glücksspielgesetz von 2003 verstoßen zu haben, da die Automaten angepasst worden seien.

Diese Geldbuße war die härteste Strafe, die jemals einem australischen Betreiber auferlegt wurde. Noch während der Untersuchungen seitens der Behörden beteuerte das Casino seine Unschuld.

Die Untersuchungen im Casino erfolgten zwischen März und April 2017. Dabei wurden 17 fehlerhafte Automaten entdeckt. Sie wiesen jeweils nur einen Mindest- und Höchsteinsatz auf.

Der Betreiber sagte dazu, dass die 17 Spielautomaten Teil eines “Automaten-Tests” gewesen seien. Jedoch entschied VCGLR, dass das Unternehmen eine Genehmigung hätte einholen müssen, bevor es an den Automaten Änderungen vorgenommen habe.

Der VCGLR sagt dazu:

„Das Versäumnis von Crown, eine Genehmigung zu erhalten, bedeutet, dass gegen das Glücksspielregulierungsgesetz verstoßen wurde. Dies ist die höchstmögliche Geldstrafe, die die Kommission Crown auferlegt hat. Das Urteil spiegelt die Ernsthaftigkeit wider, mit der die Angelegenheit betrachtet wird.“

Die Untersuchung der Kommission fußt auf Zeugenaussagen

Die Glücksspielkommission sagte auch, dass sich die Untersuchungen auf Zeugenaussagen von Insidern stützen, die Andrew Wilkie, Mitglied des australischen Repräsentantenhauses, im vergangenen Jahre der Kommission vorlegte.

Laut dieser Aussagen hätten die Crown Resorts Casinomanager den Mitarbeitern befohlen, die Geräte zu manipulieren. Dazu gehörten unter anderem die Deaktivierung der Optionen für niedrige Einsätze und die Veränderung der Schaltflächen, so dass das verbotene Auto Play ermöglicht werde. Beide Eingriffe erhöhen die Verluste der Spieler.

Doch darüber hinaus gab es weitere Vorwürfe gegen Crown. Dazu gehörten unter anderem, dass man den Missbrauch von Ausweisdokumenten toleriert habe. Dadurch vermieden einige Kunden Kontrollen seitens der Aufsichtsbehörden. Anderen Kunden wurde der Konsum von Cannabis auf dem Gelände gestattet.

Bei ihrer Entscheidung berücksichtigte die staatliche Aufsichtsbehörde die Schwere der Zuwiderhandlung, die bisherige Verhaltensweise des Unternehmens, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Behörden und die Bedeutung, künftig ähnliche Praktiken zu verhindern.

Auflagen der Crown Resorts

Der VCGLR hat dem Crown Resort nicht nur die Zahlung der Geldbuße auferlegt, sondern auch die Erstellung aktualisierter Präventionsmaßnahmen, um Vorkommnisse dieser Art zu verhindern. Der Casinobetreiber habe dafür sechs Monate Zeit.

Das Crown Management sagt dazu:

„Die Position von Crown Melbourne während des Prozesses war zwar, dass für die Veränderungen an den Spielautomaten keine vorherige Zustimmung der Kommission vonnöten war, aber Crown respektiert die Entscheidung der Kommission, die diesen Prozess zu Ende bringt.“

Andrew Wilkie nicht glücklich über den Ausgang des Prozesses

Wilkie ist mit dem Ergebnis des Prozesses nicht zufrieden. Er hat die Vorgehensweisen von Crown bereits seit geraumer Zeit verfolgt und kritisiert.

Erst kürzlich habe er der Aufsichtsbehörde und der Polizei Tools von Crown vorgelegt, die von einem ehemaligen High Roller verwendet wurden. Mit diesen Tools habe er den Automaten  blockieren und so ununterbrochen spielen können.

Für Wilkie war es angesichts der Schwere der Vergehen nicht genug, die Crown Resorts nur mit einer Geldbuße zu bestrafen.

Er sagt dazu:

„Ich erwarte, dass die Kommission und die Polizei diese Angelegenheiten sorgfältig prüfen. Es wäre völlig inakzeptabel für das Gemeinwohl, wenn sie die Erklärungen des Casinos für bare Münze nehmen oder weiterhin Geldstrafen verhängen würden.“

Ist die Lizenz von Crown in Gefahr?

Die Vorkommnisse erfolgten zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, denn der VGCLR hat auch angekündigt, dass die sechste Überprüfung der Lizenz des Casinobetreibers begonnen habe.

Das Casino Kontrollgesetz sieht vor, dass die Inhaber von Casinolizenzen mindestens alle fünf Jahre überprüft werden müssen.

Die Aufsichtsbehörde wird nun entscheiden, ob Crown Melbourne geeignet ist, auch weiterhin die Lizenz für Casinos zu besitzen, und ob es im öffentlichen Interesse liegt. Dabei werden Aspekte hinsichtlich der Schaffung und der Aufrechterhaltung des öffentlichen Vertrauens in die Glaubwürdigkeit und Integrität des Casinobetriebs berücksichtigt.