Größerer sexueller Erfolg auf Tinder mit Sportwetten? – William Hill Werbung wird verboten

Veröffentlicht am: 15. Mai 2019, 04:11 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. Mai 2019, 06:58 Uhr.

Eine Werbeanzeige des britischen Sportwetten-Anbieters William Hill wurde kürzlich von der Advertising Standards Authority (ASA) verboten, da sie das Glücksspiel in Verbindung mit sexuellem Erfolg bringe.

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Mehr Erfolg beim Dating auf Tinder? ASA verbietet Werbung für William Hill. (Bild: wikimedia.org

Laut Aussage der ASA hätten sich mehrere Nutzer der App über die Anzeige beschwert. Nach der Überprüfung durch die ASA wurde William Hill dazu aufgefordert, die Anzeige zu entfernen, da der Buchmacher gegen die Vorgaben für Werbetreibende verstoßen habe.

In besagter Werbeanzeige stand:

„Immer noch in der ´Freundeszone´? Wenn Sie jetzt dieses Wettangebot für Cheltenham nutzen, dann wird dies nicht mehr lange so bleiben.“

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Raus aus der Freundeszone: Werbung von William Hill auf Tinder. (Bild: asa.org.uk)

Der Anzeige folgte ein Link, der zu einem Download der William Hill App führte. Die ASA befand, dass die Werbung in dieser Form nicht mehr angezeigt werden dürfe, denn laut Werbekodex dürfe das Glücksspiel nicht mit Verführung, sexuellem Erfolg oder gesteigerter Attraktivität in Verbindung gebracht werden.

Ein Sprecher der ASA sagte:

„Unserer Meinung nach deutete der Text an, dass diejenigen, die spielen, eher dazu in der Lage seien, aus einer Freundschaft eine sexuelle Beziehung zu machen, und dass so das Glücksspiel mit sexuellem Erfolg in Verbindung gebracht wurde.“

Dr. Alan Smith, der Bischof von St. Albans, der sich für eine strengere Regulierung des Glücksspiels engagiert, äußerte, dass ihn diese gefährliche Art der Werbung sprachlos gemacht habe.

Er führte fort:

„Der Ansatz der Glücksspielbranche zur Selbstregulierung erscheint possenhaft, da immer mehr Anzeigen dieser Art veröffentlicht werden. Ich befürchte, dass einige Wettbüros nun unter der Mentalität ´nicht erwischen lassen´ agieren.“

Die Reaktionen von Tinder und William Hill

Als Reaktion auf die Maßnahme des Werberegulatoren ASA antwortete William Hill, dass man mit dieser Werbeaktion versucht habe, das Sportwetten-Geschäft mit den Inhalten der Dating App zu verbinden. Dies werde durch den Text widergespiegelt.

William Hill gebe dennoch zu, dass der Text auch anders interpretiert werden könne, betonte aber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, das Glücksspiel mit sexuellem Erfolg in Verbindung zu bringen.

Nachdem die Anzeige entfernt worden sei, habe William Hill eine vollständige Überprüfung der auf der Dating Plattform vorhandenen Inhalte durchgeführt.

Wie funktioniert Tinder?

Tinder ist eine Dating App, die mit dem Facebook-Account des Nutzers verbunden wird. Die Facebook-Daten sowie das Profilbild werden dann von der App übernommen.

Die Software scannt dann Profile von potenziellen Partnern in der Nähe, die vorgestellt werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Standort freigegeben wurde. Zuvor muss der Nutzer ebenso eingeben, was für einen Partner er sich hinsichtlich des Geschlechts und des Alters wünscht.

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Tinder ist eine beliebte Dating App. (Bild: pixabay.com)

Wenn ein Profil gefällt, kann dieses gelikt werden. Ist die betreffende Person ebenfalls nicht abgeneigt und bringt ihre Sympathie zum Ausdruck, kann Kontakt über die Live Chat Funktion aufgenommen werden.

Die Basis-Funktionen von Tinder sind kostenlos. Optional können sich die User aber auch für das Tinder Plus Abo entscheiden. Damit genießt man neben der Werbefreiheit auch eine besondere Hervorhebung des eigenen Profils.

Auch die Betreiber von Tinder antworteten auf das Verbot. Die Anzeige sei überprüft worden, um sicherzustellen, dass ihr Inhalt nicht anstößig und für Minderjährige unbedenklich sei.

Die Werbung von William Hill wurde nun entfernt. Die ASA unterstrich dennoch, dass die Werbung gegen den CAP Code verstoßen habe.

Was ist der CAP Code?

CAP Code steht für UK Code of Non-broadcast Advertising, Sales Promotion Werbung, die nicht für Radio oder Fernsehen vorgesehen ist, Verkaufsförderung und Direktmarketing.

Die Verhaltensregeln für Werbende wird vom Ausschuss für Werbepraxis (CAP) verfasst und von der Advertising Standards Authority (ASA) verwaltet. Die Regeln können hier [Seite auf Englisch] eingesehen werden.

Der Kodex für Unternehmen sieht vor, dass Marketing-Aktionen der Glücksspielanbieter sozial verantwortlich sein müssten. Demnach dürfe das Glücksspiel auch nicht mit sexuellem Erfolg oder mit dem Erlangen von mehr Attraktivität in Verbindung gebracht werden.

Insgesamt hat sich die Haltung der ASA dem Glücksspiel gegenüber verschärft. So wurde beispielsweise eine Anzeige für das Monopoly Online Casino verboten, da befürchtet wurde, Rich Uncle Pennybags, das bekannte Cartoon Maskottchen des Brettspiels, könnte Kinder ansprechen.

Im vergangenen Monat wurde auch eine Paddy Power TV-Kampagne mit dem Bruder von Ryan Giggs, dem ehemaligen Manchester United-Spieler und jetzigen Manager der walisischen Nationalmannschaft, verboten, da das Glücksspiel als Weg zu Reichtum verstanden werden könnte.